EU-Wahl als riskantes Spiel für Türkis-Blau

Das sagt Österreich

EU-Wahl als riskantes Spiel für Türkis-Blau

Der Plan von ÖVP und FPÖ, ein Duell zwischen den Spitzenkandidaten zu „inszenieren“, könnte für die Regierung nach hinten losgehen. Das Hass-Duell Karas – Vilimsky färbt auch auf die Koalitionsstimmung ab. Die Geister, die man rief, scheint man jetzt nicht mehr einfangen zu können.

Erst die Diskussion um die Identitären, dann das Ratten-Gedicht und jetzt der ORF-Eklat um Wolf und ­Vilimsky. Es vergeht kein Tag, an dem die ÖVP ihren Koalitionspartner derzeit nicht zurechtweist bzw. zurechtweisen muss.

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich die FPÖ den erhobenen Zeigefinger nicht mehr gefallen lässt – in der blauen Basis rumort es jetzt schon. Die Attacke auf Armin Wolf war bereits der erste Schritt, wieder aus der Defensive zu kommen. Gut möglich, dass die FPÖ früher oder später auch eine Breitseite gegen die ÖVP reitet, um ihre Funktionäre wieder zu „beruhigen“.

Auf der anderen Seite gibt es auch in Teilen der ÖVP (und vor allem auch bei vielen moderaten ÖVP-Wählern) ein zunehmendes Unbehagen über die Serie an „Einzelfällen“ bei den Blauen. Das spürt auch der Kanzler – mit ein Grund dafür, warum er sich zuletzt so scharf geäußert hat.

Kurz und Strache müssen jetzt aufpassen, dass aus dem Zündeln kein Flächenbrand wird. Diese Regierung hat sich im ersten Jahr dadurch ausgezeichnet, nicht zu streiten und ihren Reformkurs rasant durchzuziehen. Das sollten die beiden – trotz EU-Wahlkampfs – nicht aus den Augen verlieren.

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