ÖFB zittert vor Urteil

Arnautovic droht EM-Aus: Jetzt entscheidet die UEFA

Die UEFA könnte Marko Arnautovic heute für die gesamte EM sperren. Das ÖFB-Team zittert vor dem Urteil.

Die 90. Minute am Sonntagabend bei unserem EM-Auftakt in Bukarest gegen Nordmazedonien - 3:1, wir haben unseren ersten Sieg bei einer Europameisterschaft! Alles könnte so schön sein. Wenn Torschütze Marko Arnautovic zum Jubeln abgedreht wäre, keine Schimpfwörter in Richtung Gegenspieler Ezgjan Alioski losgelassen hätte. Laut serbischen Medien soll Arnautovic "Ich f**** deine albanische Mutter" gerufen haben. ÖFB-Kapitän David Alaba rannte zu Arnie, hielt ihm den Mund zu - doch es war zu spät.

Ermittlungen

Nun ist es DAS Thema der Europameisterschaft. Denn: Der nordmazedonische Verband forderte den Fußballverband UEFA am Montag zum Handeln auf, teilte auf Facebook mit, dass man ein offizielles Schreiben an die UEFA gerichtet habe und darin die "härteste Strafe" für Arnautovic fordere. Man verurteile die "nationalistischen Ausbrüche" des ÖFB-Stars "aufs Schärfste". Die UEFA reagierte prompt, bestimmte gestern Mittag einen Ethik-und Disziplinar-Ermittler. Der wird die Szene genau untersuchen, auch einen Lippenleser zu Rate ziehen. Der ÖFB gab noch gestern Abend eine Stellungnahme ab

Arnautovic geht es nun an den Kragen: Bei rassistischen Äußerungen kennt die UEFA in der Regel keine Gnade. Ihm droht nun eine Geldstrafe, eine Sperre von bis zu 10 Spielen - und damit das EM-Aus!

Was Arnie zugute kommen könnte: Er entschuldigte sich nach Abpfiff bei Alioski. Der bestätigt: "Arnautovic und ich haben nach dem Spiel gesprochen und die Situation geklärt. Er hat sich entschuldigt, mir die Hand gereicht. Das war wirklich fair."

Auch gegenüber Medienvertretern erklärte Marko: "Es tut mir leid. Ich bin kein Rassist." Arnautovic hat serbische Vorfahren, Alioski albanische. Zwischen den Ländern der Vorfahren der beiden herrschen politische Spannungen.

Video zum Thema: Diese Strafen drohen Arnautovic

So fällt die Entscheidung

Eine Entscheidung soll es heute Mittwoch geben. Um 10 Uhr trifft sich in Rom die UEFA-Disziplinarkammer. Der aus der Schweiz stammende Disziplinardirektor wird einen Antrag entweder auf Einstellung oder auf Eröffnung eines Verfahrens stellen. Danach entscheidet um ca. 11 Uhr die derzeit mit vier Personen besetzte Disziplinarkammer, deren Mitglieder aus der Schweiz, Portugal, Deutschland und Tschechien kommen. Im Anschluss soll der ÖFB sofort informiert werden, ob Marko Arnautovic morgen gegen die Niederlande spielen kann.

Video zum Thema: Experten-Talk zu möglicher Arnautovic-Sperre
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