DIESE Hammer-Strafe droht Marko Arnautovic

Nach Jubel-Ausraster

DIESE Hammer-Strafe droht Marko Arnautovic

Der emotionale Ausraster von Marko Arnautovic nach seinem Tor zum 3:1-Endstand in Österreichs EM-Auftaktspiel am Sonntag gegen Nordmazedonien hat ein Nachspiel.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat wegen des Vorfalls einen Ethik- und Disziplinar-Inspektor eingesetzt. Dieser solle nun in Übereinstimmung mit den UEFA-Disziplinarregeln eine Untersuchung durchführen, gab der Kontinentalverband Dienstagmittag bekannt.

Arnautovic' Gesten hatten sich vor allem gegen seinen nordmazedonischen Gegenspieler Ezgjan Alioski gerichtet. Der Österreicher habe sich laut dessen Angaben bereits unmittelbar nach dem Spiel bei ihm entschuldigt - und sei zu diesem Zweck danach auch in die Kabine gekommen. Der Nordmazedonische Fußball-Verband schrieb am Montag auf Facebook von einem "nationalistischen Ausbruch" von Arnautovic und forderte laut eigenen Angaben in einem Brief an die UEFA die "härteste Strafe".

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UEFA: Bis zu 10 Spiele Sperre möglich

Die UEFA führte 2013 ein Zehn-Spiele-Verbot für Diskriminierung ein. Die Mindeststrafe in solchen Fällen, die die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarbehörde der UEFA für rassistisches Verhalten verhängt.

Arnautovic würde die restliche EM verpassen und teilweise bei der WM-Qualifikation nicht mit dabei sein.

2018 wurden Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri zu seiner satten Geldstrafe verdonnert. Das Schweizer Duo hat die Hände zu einem Doppeladler zusammengelegt, ähnlich dem auf der albanischen Flagge während eines Spiels gegen Serbien. 

Entscheidung am Mittwoch erwartet

In den Ermittlungen rückt die UEFA-Disziplinarkammer in den Mittelpunkt. Deren Vorsitzender ist der Kärntner Thomas Partl, der in der Angelegenheit als Österreicher befangen und daher nicht involviert ist. Der Ehrenpräsident des Kärntner Fußball-Verbandes erwartet in der Causa eine Entscheidung am Mittwoch. "Davon ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen", sagte Partl der APA.

"Aktueller Stand der Dinge ist, so weit ich informiert bin, dass eine Anzeige des nordmazedonischen Verbandes vorliegt und die UEFA einen Disziplinarinspektor beauftragt hat, Erhebungen durchzuführen und sie so abzuschließen, dass noch vor dem Spiel gegen die Niederlande eine Entscheidung fällt", sagte Partl. Ob die ÖFB-Stellungnahme bereits bei der UEFA eingegangen sei, wisse er derzeit nicht, berichtete Partl am Dienstagnachmittag.

Ausgang der Causa wäre ein "Orakel"

Der aus der Schweiz stammende Disziplinardirektor werde im konkreten Fall einen Antrag entweder auf Einstellung oder auf Eröffnung eines Verfahrens stellen, erklärte Partl. Danach entscheidet die derzeit mit vier Personen besetzte Disziplinarkammer, deren Mitglieder aus der Schweiz, Portugal, Deutschland und Tschechien kommen. Ob der ÖFB nach dem Urteilsspruch noch vor dem Niederlande-Match eine Einspruchsmöglichkeit hätte, ist laut Partl nach aktuellem Stand noch nicht klar.

Den Ausgang der Angelegenheit wagte Partl nicht zu prophezeien. "Das wäre ein Orakel. Es kann von einer Einstellung über eine Verwarnung bis zu einer Sperre alles passieren." Partl befindet sich derzeit mit seinen Disziplinarkammer-Kollegen in Rom, für Ende Juni wäre die Übersiedlung nach London geplant. "Aber ob das so kommt, hängt von den Ein- und Ausreisebestimmungen ab", erklärte der Kärntner.

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