Saint Denis

EM 2016

Österreich-Gruppe relativ sicher

Aber zwei Spiele für heimisches Team im Terror-Hotspot Paris.

Die Gruppe F der EURO 2016, bei der Österreich auf Portugal, Island und Ungarn treffen wird, steht weder beim Terror noch in Sachen Hooligans bei Sicherheitsexperten ganz oben auf dem Zettel. Allerdings wird das ÖFB-Team bei der Fußball-EM in Frankreich zwei Spiele in Paris austragen, eines davon im Stade de France in Saint-Denis, das bei den jüngsten Terrorattacken im November ebenfalls Ziel war.

Frankreich im Fokus

Wenn es um mögliche Terrorattacken geht, dann sind zweifellos jene Länder im Fokus, die sich massiv am Kampf gegen den IS beteiligen. Zunächst sind die Gastgeber zu nennen. Frankreich trifft in der Gruppe A auf Rumänien, die Schweiz und Albanien. Die Spiele dieser Mannschaften gelten Experten nun nicht unbedingt als erste Anschlagsziele, daher wird es diesbezüglich ganz um die Gastgeber gehen. Die Franzosen bestreiten das Eröffnungsspiel am 10. Juni im Stade de France und treten außerdem in Marseille und Lille an.

In der Gruppe B gibt es gleich zwei Teams, die sich dem bewaffneten Kampf gegen den IS verschrieben haben: England trifft dabei am 11. Juni in Marseille auf Russland, was auch in Zusammenhang mit Hooligans sicherheitsrelevant sein könnte. Weniger im Blickpunkt für Terrorbekämpfer dürften die beiden anderen Mannschaften der Gruppe, Wales und Slowakei, sein, auch wenn Wales wie England Teil des Vereinten Königreichs ist.

In der Gruppe C spielt mit Deutschland die Mannschaft eines Landes, das sich ebenfalls an Angriffen gegen den IS beteiligt. Die Deutschen waren auch jene Mannschaft, die im Stade de France gegen die Franzosen spielte, als die Terrorattacken im November über die Bühne gingen. Am 16. Juni spielt Deutschland in Saint-Denis gegen Polen, eine Begegnung, die praktisch immer auch wegen möglicher Auseinandersetzungen unter Fans im Vordergrund steht.

Türkei in Heimat gefährlich
Etwas weniger gefährdet dürfte die Gruppe D mit Spanien, Türkei, Kroatien und Tschechien sein. Problematisch könnten vor allem die Spiele der Türkei sein, allerdings vor allem in deren Heimatland. Dafür steht die Gruppe E mit Belgien wohl wieder ganz oben auf der Liste der Terrorfahnder. Einige der Pariser Attentäter kamen aus dem Brüsseler Viertel Molenbeek.

Gewisse Sicherheitsmaßnahmen sind von früheren Europameisterschaften wohlbekannt und werden auch 2016 wieder umgesetzt. So wird jedes teilnehmende Land Verbindungsbeamte nach Frankreich schicken. Details zu den Sicherheitsplanungen von österreichischer Seite wollen Innenministerium und ÖFB in den nächsten Tagen bekanntgeben.