Ronaldos irres Final-Drama

KO-Runde

Ronaldos irres Final-Drama

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Das Final-Drama um Superstar Ronaldo fand am Ende ein Happy End.

Cristiano Ronaldo freute sich wie ein kleines Kind über den EM-Titel. Immer wieder schüttelte er fassungslos den Kopf. Portugal hatte zuvor in der Verlängerung gegen Frankreich einen echten Final-Thriller für sich entschieden.

"Ich bin sehr glücklich. Das ist einer der schönsten Momente meiner Karriere", sagte er am Sonntagabend nach dem 1:0. Fast vergessen waren die schlimmen Szenen aus den Anfangsminuten der Partie, als er sich nach einer Attacke von Dimitri Payet am Knie verletzte hatte und schließlich unter Tränen mit einer Trage vom Platz gebracht werden musste.

"Ich hatte Pech, weil ich mich verletzt habe", meinte Ronaldo. "Aber ich wusste, dass diese Spieler zusammen mit unserer Strategie stark genug sind, um Frankreich zu schlagen." Auch das Knie dürfte er sich nicht schlimmer verletzt haben: Wie die für gewöhnlich gut informierte spanische Zeitung "Marca" berichtete, habe sich der Star von Real Madrid nur eine Innenbandzerrung zugezogen.

Star humpelt zu Siegerehrung
Mit einer Manschette um das Knie war der Kapitän zur Siegerehrung gehumpelt. Noch während der Partie war er an die Seitenlinie zurückgekehrt und feuerte seine Kollegen im Stile eines Trainers immer wieder an.

"Er war sehr wichtig für uns, in der Kabine und auf dem Platz", lobte Trainer Fernando Santos. "Cristiano hat immer daran geglaubt, dass es die Nacht der Nächte, unsere Nacht, sein könnte." Den entscheidenden Mann zu verlieren, sei schwer gewesen, berichtete Portugals Abwehrchef Pepe: "Aber wir haben uns geschworen, für ihn zu gewinnen. Und wir haben es geschafft."

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Ronaldos irres Final-Drama
× Ronaldos irres Final-Drama

Der eingewechselte Eder erlöste den auf der Bank leidenden Kapitän in der 109. Minute. Und Ronaldo hatte auch daran seinen Anteil. "Cristiano hat mir gesagt, dass ich das entscheidende Tor schießen werde", erklärte der Matchwinner. "Er hat mir Stärke und positive Energie gegeben."

Ronaldo als Antreiber
Ausgerechnet Ronaldo, dem Kritiker immer wieder ein zu großes Ego vorwerfen, war in der entscheidenden Phase als Motivator zur Stelle. "Er hat einen fantastischen Teamspirit gezeigt", lobte Teamchef Santos. Zweimal habe es der Superstar versucht, trotz seiner Verletzung aufs Feld zurückzukehren. "Und er hat mich die ganze Zeit über unterstützt."

Als Lohn gab es den ersten großen Titel für Portugal. Zwölf Jahre nach dem bitteren 0:1 im Finale der Heim-EM gegen Griechenland nutzte die "Selecao" ihre zweite Chance in einem Endspiel. Ronaldo war damals die Entdeckung gewesen. Als 19-jähriger Flügelspieler weinte er bittere Tränen.

Erster Titel mit Nationalteam
Ob er jemals wieder so eine Gelegenheit erhalten würde, wusste er nicht. Im Stade de France waren es nach dem Drama samt Verletzung am Ende Freudentränen. "Ich habe so lange darauf gewartet, seit 2004. Ich habe Gott um eine weitere Chance gebeten, weil ich glaube, dass die Portugiesen das verdienen", meinte Ronaldo.

Der dreifache Weltfußballer hat mit seinen Clubs Manchester United (bis 2009) und Real Madrid alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Der erste große Titel mit dem Nationalteam ist die Krönung - eine, die seinem ewigen Widersacher Lionel Messi vom FC Barcelona bisher verwehrt geblieben ist.

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