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Eiskunstlauf: Walijewa geht nach Sturz leer aus

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Der Eiskunstlauf-Superstar geht beim olympischen Bewerb leer aus. Überschatte wurde ihr auftreten von Doping-Vorwürfen.

Das Olympische Eis hat am Donnerstag in Peking Platz für Drama geboten: In der Kür der Frauen scheiterte die haushohe Favoritin Kamila Walijewa nach mehreren Stürzen. Die Erste des Kurzprogramms musste sich nach den Doping-Diskussionen um ihr Antreten mit Rang vier begnügen. Somit siegte ihre Landsfrau Anna Schtscherbakowa vor einer weiteren Russin, Alexandra Trusowa, und der Japanerin Kaori Sakamoto. Die Vorarlbergerin Olga Mikutina wurde mit ansprechender Kür 14.

Mikutina, erst im Herbst nach langwieriger Verletzung zurückgekehrt, zeigte für ihr derzeitiges Leistungsvermögen eine ansprechende Kür und verbesserte sich nach Platz 18 im Kurzprogramm noch um vier Ränge. Sie zeigte sich dennoch nach ihrer Kür im ORF-Interview selbstkritisch: "Es gibt noch Elemente, an denen wir arbeiten können. Es gab Fehler bei Sprüngen - bei der ersten Combo hat man das gesehen, auch der letzte Sprung ist nicht so gelungen." Die 18-Jährige sagte, sie würde "ganz, ganz gerne" auch bei den nächsten Olympischen Spielen an den Start gehen.

Das Drama kam am Schluss: Walijewa, die erst nach einem Entscheid des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) vom Montag überhaupt zur Einzelkonkurrenz antreten durfte, hatte im Kurzprogramm noch die Nerven bewahrt und erwartungsgemäß die Führung übernommen. In der Kür war es mit dem Nervenkostüm der 15-Jährigen offenbar vorbei, die seit Tagen laufende Doping-Diskussion war dann doch zu viel. Kaum ein Sprung gelang, sie fiel aus den Medaillenrängen.

Die Weltmeisterin des Vorjahres, Anna Schtscherbakowa, zeigte hingegen eine hervorragende Kür und hielt somit auch ihre Landsfrau Trusowa in Schach, die zahlreiche Vierfach-Sprünge in ihr Programm eingebaut, aber nicht alle sauber gestanden hatte. Mit diesem Ergebnis steht wohl auch der Vergabe der Medaillen nichts mehr im Wege, die laut IOC im Fall einer Top-3-Platzierung Walijewas ausgesetzt worden wäre. Denn über den Dopingfall der Europameisterin wird erst nach den Spielen entschieden. Davon betroffen ist auch der Ausgang des Teambewerbs. Die ROC-Auswahl mit Walijewa hatte Gold gewonnen.