ÖSV-Trio um Schwarz greift in Kombi nach Edelmetall

Ski Alpin Herren

ÖSV-Trio um Schwarz greift in Kombi nach Edelmetall

Artikel teilen

Die Alpine Kombination feiert in Peking ihr Comeback - Marco Schwarz und Co. wollen am Donnerstag (3.30/7.15 Uhr) ganz vorne mitfahren.

Mit den zwei starken Slalomläufern Marco Schwarz und Johannes Strolz, die sich auch auf der Speedstrecke in Yanqing wohlfühlen, hat Österreich durchaus berechtigte Chancen auf einen Olympia-Medaillengewinn in der Alpinen Kombination. Das rot-weiß-rote Trio wird von Raphael Haaser komplettiert, ein Platz bleibt frei. Anders als zuletzt setzt sich der Auslauf-Bewerb, der im Weltcup keine Beachtung mehr findet, aus Abfahrt (3.30 Uhr) und Slalom (07.15 Uhr im Sport24-OLYMPIA-Ticker) zusammen.

Die auf der technischen Seite liegende Abfahrtstrecke gefällt Schwarz, der regierender Weltmeister von Cortina d'Ampezzo, damals aber mit Super-G, ist. Die Bedingungen am Slalomhang nennt er "brutal schnittig", da brauchte es ein paar Tage, das Set-up auf der Reihe zu haben. "Du musst feine Klinge fahren, darfst den Schwung nicht anrutschen, das bremst. Mit scharfen Kanten gräbt man sich ein."

Mit der Abfahrt als Teilbewerb sei der Aufwand, an der Kombi teilzunehmen größer, weil das auch Abfahrtstrainings mit sich bringt, erklärte der Kärntner. "Aber Nachteil ist das keiner, ich habe die Strecke nun gut im Kopf. Sie kann mir liegen, aber sehr vielen anderen auch. Es wird auf dem Slalom rauslaufen, dass der hundertprozentig passt, das wird eine knappe Partie werden. Allerdings wirst du, wenn du um die Kombimedaillen mitfahren willst, dir eine gute Ausgangsposition in der Abfahrt verschaffen müssen."

Schwarz sucht nach dem "Flow"

Im Europacup in Tarvisio holte er sich die Startberechtigung für China. Der Plan, in diesem Winter mehr Super-G zu bestreiten, scheiterte mit der Knöchelverletzung. "Eigentlich wollte ich ja in diesem Winter mehr Super-G-Rennen mitnehmen, aber dann ist das mit dem Knöchel passiert." Das wäre freilich als Vorbereitung auf die Kombi auch gut gewesen.

Schwarz erklärte, dass ihn die Verletzung etwas aus dem Konzept geworfen habe. Er sei zwar schon wieder besser ins Skifahren reingekommen, der Flow sei aber nicht mehr so da wie davor. "Ich bin noch nicht zu hundert Prozent, wo ich sein will. Es ist ein bissl die Lockerheit, die abgeht. Ich hoffe, dass ich bald wieder da bin, wo ich hin will und hin gehöre."

Für die Podestplätze in der Kombination habe er sehr viele auf der Liste, den Franzosen Alexis Pinturault, den Schweizer Loic Meillard, den "Strolzi". Gemeint ist Johannes Strolz, der mit dem Sieg im Adelboden-Slalom und Platz fünf in Kitzbühel den Startplatz bei den Winterspielen sicherstellte.

Seine Erwartungen für die Kombination seien nicht "wirklich groß" weil er lange keine mehr gefahren sei. "Aber ich möchte allen zeigen, was ich kann, und ich möchte mitkämpfen. Es wird ein harter Kampf, weil viele ein Thema sind", sagte Strolz. Man dürfe auch die Speedfahrer nicht unterschätzen.

Slalom-Ski selbst präpariert

Er lebe bei Olympia einerseits seinen Traum, habe aber vor allem genug zu tun, präpariert er doch nach wie vor seine Slalom-Ski selber. "In der Abfahrt habe ich Unterstützung von den Serviceleuten von Vinc (Kriechmayr/Anm.) und Mothl (Mayer/Anm.), die schnallen mir sauschnelle Ski an, den Slalom habe ich in der eigenen Hand." Das gehe sich wunderbar aus, besser als in einem Spezialslalom, wo er ja für zwei Durchgänge Ski präparieren müsse.

Der bei Juniorenweltmeisterschaften Kombi-Vierte 2013 und Super-G-Dritte 2012 hat einige Speederfahrung. "Es war ein gewisses Potenzial da in der Abfahrt, aber dann musste ich eine Entscheidung treffen", erzählte er. Jetzt laufe nicht mehr viel und die Trainingsergebnisse in Yanqing seien mit Vorsicht zu genießen.

Er wolle sich die bestmögliche Ausgangsposition verschaffen und danach im Slalom voll attackieren. Er wünscht sich ansprechende Teilbewerbe, damit alle Chancen haben und jeder seine Stärken ausspielen könne, sagte der 29-jährige Sohn von Hubert Strolz, Kombi-Olympiasiege von 1988 in Calgary.

Haaser, der den Olympia-Super-G am Dienstag nicht beendete, sprach von einer "passablen" Slalomform. "Ich brauche aber nicht glauben, dass ich mit den besten im Slalom mitfahren kann. Aber ich bin sicher nicht nur da, dass wir einen zusätzlichen Starter am Start haben. Es macht schon Sinn, dass ich am Start bin."