Nach den verpassten Medaillen in den ersten Einzel-Entscheidungen auf der Normalschanze wollen Lisa Eder, Julia Mühlbacher, Jan Hörl und Stephan Embacher am Dienstag im Mixed-Showdown zurückschlagen.
So ehrlich müssen wir sein: Angesichts des bisher Gebotenen geht unser Quartett am Dienstag (18.45 Uhr/live ORF 1) als Außenseiter in die Mixed-Konkurrenz. Die Männer- und Frauen-Duos aus Norwegen, Slowenien und Deutschland sind einfach stärker einzuschätzen. Aber vielleicht kommen wir mit der Außenseiterrolle besser zurecht als mit der vor den ersten Springen ausgegebenen Mitfavoritenrolle.
Lisa Eder und Julia Mühlbacher wollen nach den bitteren Enttäuschungen beim Olympia-Auftakt zurückschlagen. Eder hatte am Samstag als Mitfavoritin auf der Normalschanze den bitteren vierten Platz belegt, Mühlbacher kam nicht über den 22. Rang hinaus. "Der Blick geht nach vorne. Cool bleiben, ich habe nichts zu verlieren", sagte Mühlbacher über ihr Motto im Mixed Team. Zaubern werde sie nicht können. "Jeder muss zweimal runterkommen. Es ist ein Teambewerb, da ist so viel möglich."
Frauen-Cheftrainer Thomas Diethart zeigte sich zuversichtlich. "Wir wissen, dass sie es können. Für Julia sind es die ersten Olympischen Spiele, das ist nicht einfach", betonte der frühere Tourneesieger. Die Oberösterreicherin nutzte am Sonntag die Gelegenheit, mit weiteren Trainingssprüngen mit der Schanze warm zu werden, Eder verzichtete darauf.
Hörl: "Wollen die nächste Chance nützen"
Den männlichen Part übernehmen nach dem enttäuschenden Einzelbewerb Stephan Embacher (7.) und Jan Hörl (11.). Trainer Andreas Widhölzl will sich nicht entmutigen lassen. "Es ist alles drinnen. Die Mädels haben einen guten Job gemacht, wir haben auch einen guten Job gemacht. Schauen wir, dass wir den Telemark besser hinbekommen, und dann lassen wir uns überraschen", sagte Herren-Cheftrainer Andreas Widhölzl. Hörl, enttäuschender Elfter beim Springen auf der Normalschanze meint: "Wir haben noch ein paar Chancen, am besten wir nützen gleich die nächste." Und zwar am Dienstag im Mixed-Bewerb.
Favoriten sind jedenfalls andere. Denn beim Auftakt der Frauen sprangen neben Olympiasiegerin Anna Odine Ström zwei weitere Norwegerinnen in die Top sechs. Peking-Olympiasieger Slowenien setzt neben der zweitplatzierten Weltcup-Dominatorin Nika Prevc auf Nika Vodan (8.), Deutschland auf Selina Freitag (7.) und Agnes Reisch (9.). Dem japanischen Team fehlte neben Bronzemedaillengewinnerin Nozomi Maruyama ebenfalls eine zweite Springerin mit einem Spitzenresultat, Sara Takanashi belegte den 13. Platz.
Vor vier Jahren in China hatten Daniela Iraschko-Stolz, Kraft, Eder und Manuel Fettner den fünften Platz belegt. Das Olympia-Debüt des Mixed-Team-Bewerbs war aber überschattet von Anzug-Disqualifikationen bei fünf Springerinnen. Zu diesen zählte auch Iraschko-Stolz, deren erster Sprung in einer sportlich entwerteten Konkurrenz aus der Wertung genommen worden war.