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Unsere Tiere

Vollspalten bleiben – kein Stroh für Schweine

Im Jahr 2022 wurde der Vollspaltenboden in der Schweinehaltung mit dem Jahr 2040 verboten. In Aussicht gestellt wurde ein neuer Mindeststandard mit Stroheinstreu, für nach 2023 neu- oder umgebaute Betriebe galt dafür eine Übergangsfrist von 23 Jahren.  

Im Juni 2025 wurde dieses Gesetz jedoch aufgehoben. Stattdessen wurde eine neue Regelung getroffen, nach der ab 2034 eine sogenannte „Gruppenhaltung Neu“ für alle Betriebe gelten solle.

Was ist der Unterschied?

Auf einem Drittel der Bodenfläche soll nur mehr die Hälfte der Spalten bestehen. Ein Teil der Spalten wird sodann mit Gummiverschlussleisten verschlossen. Was von der Bundesregierung als Verbot des Vollspaltenbodens verkauft wurde, ist nur dessen Fortsetzung – und zwar für immer.
Die neuen Aufnahmen zeigen: Es gibt keinen auch nur in irgendeiner Weise nennenswerten Unterschied zwischen dem alten System und dem neuen. In 8 Jahren sollen diese minimal reduzierten Spalten auf Beton der „neue“ Mindeststandard sein.

Worin tatsächlich die groß angekündigte Verbesserung für die Schweine bestehen soll, ist schwer zu erkennen.

Physisch angenehm wäre für Schweine etwa Stroh oder ähnliche Arten von Einstreu. Dies ist jedoch nicht vorgesehen. Physisch angenehm ist der Beton also selbst mit reduzierten Spalten nicht. Abgesehen davon würde Stroh zum Wühlen für Beschäftigung sorgen, was die Tiere davon abhält, sich gegenseitig zu verletzen. Schweine sind intelligente Tiere und brauchen Beschäftigung, um Stress zu reduzieren.

Seit 2023 dürfe kein Schweinebetrieb mit Vollspaltenboden mehr gebaut werden, versprach die Regierung. Seit damals gäbe es keine Investitionsförderungen für Umbauten des Vollspaltenbodens, wurde betont. Die aktuellen Aufnahmen dieses österreichischen Betriebs aus der Südoststeiermark wurden dem VGT zugespielt. Im Jahr 2023 hat der Betrieb seine Größe mit ursprünglich 1.700 Schweinen auf nun 3.400 Schweine erweitert. Zusätzlich befinden sich rund 300 Schweine zur Zucht im benachbarten Betrieb, ebenfalls im Familienbesitz. Trotz der Versprechen, dass es keine Förderungen mehr für Vollspaltensysteme gäbe, erhielt dieser österreichische Betrieb für diesen Umbau 2023 111.000 Euro. Im Jahr 2024 noch einmal 48.000 Euro. Die Fotos und Videos zeigen aber, dass kaum ein Unterschied zum bisherigen System besteht. Dass auf einem Drittel der Buchtenflächen nur die Hälfte der Spalten bestehen, ist für das ungeübte Auge praktisch nicht zu sehen und für die Schweine immer noch schmerzhaft und trostlos. Die Aufnahmen zeigen dieselben typischen Verletzungen der Tiere, dieselben unhygienischen Bedingungen, dieselbe unendliche Langeweile für die Schweine. Der Verein betont dabei immer wieder: Schweine brauchen Stroh. Schweine wollen wühlen und spielen. Sie wollen - wie auch wir Menschen - schmerzfrei schlafen können.
Der VGT appelliert an die derzeitige Regierung, eine tatsächliche Änderung zu bewirken.

Was kannst du tun?

Wer weiterhin Fleisch von Schweinen konsumieren möchte, sollte unbedingt auf BIO-Fleisch aus Österreich greifen. Hier gelten bessere Haltungsbedingungen. Bio-Schweinen in Österreich muss Auslauf geboten werden und eine eingestreute Liegefläche zur Verfügung stehen. Daher verfügen sie auch über mehr Platz. In der Bio-Haltung können österreichische Schweine ein wesentlich besseres Leben leben, als in der konventionellen Haltung.

Wer Fleisch von artgerechter Haltung möchte, sollte beim nächsten Einkauf auf folgendes achten:
Marken wie Clever, s-budget und „ich bin Österreich“ von Penny, sowie extrem günstige Eigenmarken von Lidl und Hofer bieten Schweinefleisch aus konventioneller Haltung.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 26.04.2026, hier in voller Länge sehen. Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 03.05.2026, 18:30 Uhr  

Für mehr Tierwohl sollten unbedingt Produkte mit dem BIO-Siegel gekauft werden: etwa Ja!-Natürlich von Billa, Natur-Pur von Spar oder Zurück zum Ursprung von Hofer. Lidl bietet mit der Eigenmarke „Ein gutes Stück Heimat“ BIO Produkte.

Österreichische BIO-Haltung mag zwar nicht perfekt sein, ist jedoch wesentlich besser als konventionelle Haltung auf Vollspaltenböden.

Des Weiteren: Mehr Gemüsegerichte im Speiseplan einzubauen, kann damit nicht nur den Tieren helfen, sondern auch der eigenen Gesundheit.

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