Wildtier-Schutz soll noch strenger werden

Wildtiere, wie Kaiseradler, sollen in Österreich noch besseren Schutz erhalten.

Wildtier-Arten, die in Österreich bereits gesetzlich strengem Schutz unterliegen, sind trotzdem nicht vor menschlicher Willkür und Feindschaft geschützt und werden illegal bejagt.

Beispiel hierfür ist die Rettung des Bestandes der Kaiseradler im Lande. 30 Kaiseradler-Paare brachten in der heurigen Brutsaison zumindest 51 Jungvögel zum Ausfliegen, wie die Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich meldet. Getrübt wird die Freude jedoch aufgrund einer Reihe herberRückschläge: Angeschossene Brutvögel sowie mit Zug oder Windrad kollidierte Kaiseradler. Jeder einzelneVerlust stellt eine Gefährdung des streng geschützten Kaiseradlers dar.

Brutsaison 2021–Solide Kernpopulation gebildet

„Nachdem der Kaiseradler bis zum Ende des 20.Jahrhundertsin Österreich ausgestorben war, ist es erfreulich, dass sich die heimische Kaiseradler-Population in den vergangenen Jahren in den Tieflagen Ostösterreichs etabliert hat. Der sehr fragile Bestand von 30 Kaiseradler-Paaren hat sich nun gefestigt, immer mehr erfahrene Brutpaare bilden einen soliden Kern, der nochrelativ jungen Population“, erklärt Greifvogelexperte Matthias Schmidt.„Diese positive Entwicklung soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Bestand nach wie vor relativ klein ist. Jeder einzelne Verlust stellt eine Gefährdung des heimischen Bestandes dar!“ Kaiseradler sind in Österreich und der gesamten Europäischen Union streng geschütztund global gefährdet.

Greifvogelverfolgung ist häufigste Todesursache

Daher bedarf es für den Kaiseradler nach wie vor dringender Schutzbemühungen, denn so Schmidt: „Seit Anfang letzten Jahres wurden drei Kaiseradler in Österreich nachweislich an- oder abgeschossen. Die Dunkelziffer dürfte nochmals deutlich höher liegen!“Zudem kommen weitere menschlich bedingte Todesursachen wie Kollisionen mit Verkehrsmitteln oder Windräder zum Tragen.„Dass die illegale menschliche Verfolgung die häufigste Todesursache bei manchen Greifvogelartenin Österreich darstellt, ist vollkommen inakzeptabel!“ Daher fordert BirdLife Österreich: „Es ist an der Zeit, die Rahmenbedingungen zum Schutz der Greifvögel zu verbessern! Allem voran gehört das jagdliche Aneigungsrecht für diese Arten revidiert,um etwaigen Vertuschungen und Verschleierungen vorzubeugen! Es braucht auch Verbesserungen bei der Strafverfolgung sowie entsprechende Ressourcen für die Ermittlungsarbeiten der Exekutive, um eine konsequente Ahndung zu ermöglichen.“

Cold Case Kaiseradler Alois

Ungeklärt ist nach wie vor der Fall „Kaiseradler Alois“, der am 19. März 2020 in der Zeit zwischen 8:22 Uhr und 8:32 Uhr in Gunskirchen (Bereich Oberriethal) auf einem Feld abgeschossen wurde. Der vermeintliche Täter nahm das getötete Tier mit und warf den Sender an einer anderen Stelle in die Traun. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. BirdLife Österreich bittetdie Bevölkerung um Hinweise zum Täter überdie Meldeplattform www.kaiseradler.at.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 5. September 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 12. September 2021, 18:30 Uhr.



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