Deutsche Medien: „SPÖ droht Schlappe von historischem Ausmaß“

Über Rendi-Wagner, Drozda & Altlasten

Deutsche Medien: „SPÖ droht Schlappe von historischem Ausmaß“

Die Sozialdemokraten stürzten im NR-Wahlkampf von einem Fettnäpfchen in das nächste. Trotz Steilvorlage durch die Veröffentlichung des Ibiza-Videos samt Rücktritt von FPÖ-Vizekanzler HC Strache und dem Sturz der Regierung unter ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz war die SPÖ kaum in der Lage, so richtig durchzustarten. Thomas Drozda, Bundesgeschäftsführer der SPÖ, gibt sich nach den holprigen Wahlkampf-Wochen nicht geschlagen: Laut Berichten des deutschen "Spiegel"-Online-Magazins lasse er sich nicht von Umfragen, die die Sozialdemokraten auf wackeligen 22 Prozent sehen, täuschen.

APAEU-WAHL-RENDI-WAGNER-(SP.jpg © APA/ROBERT JAEGER

Innerparteiliche "Differenzen"

Zuletzt hieß es im ORF, Rendi-Wagner hätte ein "3-D-Problem". Drozda, Ex-Verteidiungsminister Doskozil und der für Skandale bekannte Tiroler Landeschef der SPÖ Dornauer fielen der Spitzenkandidatin in regelmäßigen Abständen in den Rücken. Speziell diese innerparteilichen Differenzen, durch die im gesamten Wahlkampf kaum eine gemeinsame Linie gefunden werden konnte, setzte den Sozialdemokraten ordentlich zu. Wurden in den vergangenen 50 Jahren bis auf wenige Ausnahmen "rote" Bundeskanzler gestellt, sieht sich die SPÖ nun ganze 11 bis 14 Prozentpunkte hinter der konservativen ÖVP unter Ex-Kanzler Sebastian Kurz. 

Ein weiterer Punkt, weswegen ein Großteil der Wähler der SPÖ kaum noch Kompetenzen zubilligt, sind der Großteil an Altlasten: So hat beispielsweise Ex-Kanzler Kern, der trotz bestehender Sanktionen gegen das Putin-Regime einen Job in einem russischen Staatskonzern im Aufsichtsrat annahm. Auch das Unterstützer-Video von Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer brachte nicht die erwartete Wirkung – seit seines Ausscheidens aus der Politik agiert Gusenbauer als Berater für Glücksspielkonzerne.

"Hände hoch! Klatschen" für die "Totengräberin der SPÖ"

SPÖ-Altlasten und innerparteiliche Zwists außen vorgelassen, stürzte auch die 2017 der SPÖ beigetretene Ärztin Pamela Rendi-Wagner von einem Fettnäpfchen in das nächste. Kurz nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos erklärte die SPÖ-Chefin in einer Live-Sendung, dass sie der Regierung das Misstrauen aussprechen werde – im Hintergrund sämtliche männliche Mitglieder des Parteivorstandes stehend, aufgereiht wie die Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens. Rendi-Wagner wurde daraufhin in sämtlichen Medien als die  "Totengräberin der SPÖ" tituliert. 

orf.jpg © orf

Doskozil Rendi-Wagner © APA/BARBARA GINDL

Nur kurze Zeit darauf folgte der nächste Fauxpas: Nach einer Rede im Wiener Museumsquartier wurde das Mikrofon der SPÖ-Chefin nicht abgestellt – alle Welt konnte hören, wie sie in die daraufhin aufkommende Stille "Hände hoch! Klatschen!" rief. Es folgte ein Urlaubs-Foto, dass die Chefin der "Arbeiter-Partei" in einem Luxus-Club zeigte. In den zahlreichen TV-Duellen zeigte sich Rendi-Wagner oft zu angriffig. Dem Ex-Kanzler Sebastian Kurz trat sie in einer Debatte mit den Worten "Er ist ja noch jung, er kann noch was lernen" gegenüber. 

Rendi-Wagner St. Tropez © Facebook

Die Rechnung für die zahlreichen Ausrutscher dürfte am Sonntag präsentiert werden: Wohl nur in dem Fall, wenn alle anderen Koalitionsmöglichkeiten des derzeitigen Favoriten Sebastian Kurz ausgeschöpft wären, würden wir die SPÖ in Österreichs nächster Regierung sehen.

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