Fake-Musiker erschießen drei Menschen

Mitten in Mexiko-Stadt

Fake-Musiker erschießen drei Menschen

Auf einem bei Touristen und Einheimischen beliebten Platz im Zentrum von Mexiko-Stadt haben als Mariachi-Musiker verkleidete Männer drei Menschen erschossen und sieben verletzt. Der Angriff auf dem Garibaldi-Platz in der Metropole ereignete sich kurz vor 22.00 Uhr (Ortszeit) am Freitag. Das Motiv für die Bluttat ist unklar.

Täter schossen wahllos auf Menschen

Auf dem für seine traditionelle Mariachi-Musik bekannten Platz waren, auch wegen der Unabhängigkeitsfeierlichkeiten in Mexiko, zum Zeitpunkt des Überfalls zahlreiche Menschen unterwegs. Die Angreifer kamen laut Polizei auf Motorrädern und konnten anschließend flüchten. Sie schossen "mit Kurz- und Langwaffen" auf die Menschen. Etwa 60 Patronenhülsen wurden gefunden. Der Platz und die an ihm liegenden Restaurants und Bars, die an Wochenenden voller Menschen sind, wurden geräumt.

Videobildern zufolge, die den Tatort nach dem Angriff zeigten, hatten viele Menschen den Angriff offenbar gar nicht mitbekommen. Sie hielten sich weiter auf dem Platz auf und hörten Mariachi-Bands zu, die ihre Dienste dort auch für Partys oder Feierlichkeiten anbieten.

Anzahl der Morde steigt

Mexiko-Stadt blieb bisher im Vergleich zu anderen Städten in dem lateinamerikanischen Land weitgehend von solch brutalen Attacken verschont, die meist mit den Bandenkriegen von Drogenhändlern zusammenhängen. In jüngster Zeit hatte es in der Hauptstadt aber vermehrt Schießereien und Morde gegeben, allerdings eher am Stadtrand oder in berüchtigten Vierteln.

Mächtigste Drogenbande in Mexiko Stadt

In der Nähe des Garibaldi-Platzes liegt das Viertel Tepito, in dem eine Drogenbande aktiv ist, die als die mächtigste in Mexiko-Stadt gilt. Ihr mutmaßlicher Anführer wurde im August festgenommen. Die Bande soll auch mit dem berüchtigten Kartell Jalisco Nueva Generacion zusammenarbeiten, das für zahllose Bluttaten im Land verantwortlich gemacht wird. In Mexiko sind durch Gewalttaten der organisierten Kriminalität seit Ende 2006 mindestens 200.000 Menschen getötet worden.

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