Die Jubiläumswoche zum 100. Jahrestag der Lufthansa-Gründung entwickelt sich für Reisende zum Albtraum. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit weitet die Streiks bei der Airline massiv aus.
Der Streik bei der Lufthansa und der Tochter Cityline wird am Donnerstag, 16. April, und Freitag, 17. April, fortgesetzt. Damit sieht sich die Fluggesellschaft einer fast durchgehenden Streikwoche von Montag bis Freitag gegenüber. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) rief die Piloten zu diesem weiteren zweitägigen Ausstand auf, schlug jedoch gleichzeitig eine Schlichtung vor, um den Streik eventuell noch abzuwenden. Ein Sprecher der Lufthansa betonte, dass das Unternehmen bereit sei, eine Schlichtung zu allen strittigen Tarifthemen einzugehen.
Enormer Schaden für Airline
Der wirtschaftliche Schaden für die Lufthansa ist bereits jetzt gewaltig. Allein am Dienstag fielen durch den zweiten Streiktag der Piloten erneut hunderte Flüge der Kerngesellschaft sowie der Regionaltochter Cityline aus. Auch für Reisende aus Österreich, die über die Drehkreuze Frankfurt oder München fliegen, hat dies massive Auswirkungen. Die Tourismusbranche warnt vor Kosten in Millionenhöhe und einem erheblichen Imageschaden für den Standort.
Flugbegleiter legen Arbeit nieder
Die Situation verschärft sich am Mittwoch und Donnerstag zusätzlich, da in diesem Zeitraum die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter ihre Arbeit niederlegen. An den Standorten Frankfurt und München mussten bereits am Dienstag mehr als 900 Starts und Landungen abgesagt werden. Während der Ferienflieger Eurowings in Berlin und Düsseldorf wieder planmäßig startete, wurde im Streit um die Betriebsrenten auch die Lufthansa Cargo bestreikt.
Festakt mit Bundeskanzler Merz
Besonders brisant: Die fünfte Streikwelle überschattet den für Mittwoch geplanten Festakt zum 100. Jubiläum der ersten Lufthansa-Gründung. Während die Gewerkschaften eine Kundgebung vor der Zentrale am Frankfurter Flughafen planen, werden zur offiziellen Feier hochkarätige Gäste erwartet. Neben Verkehrsminister Patrick Schnieder soll auch Bundeskanzler Friedrich Merz an der Veranstaltung im neuen Besucherzentrum teilnehmen.