Alternativer Nobelpreis für Marschallinseln

Stockholm

Alternativer Nobelpreis für Marschallinseln

Auszeichnung für das Anti-Atom-Engagement des pazifischen Inselstaats.

Die diesjährigen Right Livelihood Awards ("Alternative Nobelpreise", RLA) stehen heuer unter anderem im Zeichen der weltweiten Anti-Atombewegung. Der nicht dotierte Ehrenpreis 2015 geht an das Volk der Marshallinseln und deren Außenminister Tony de Brum, die versuchen, die Atommächte der Erde mit völkerrechtlichen Mitteln zur Einhaltung ihrer Pflichten aus dem Atomwaffensperrvertrag zu zwingen.

Nachdem er als Jugendlicher die amerikanischen Atomtests auf den Marshallinseln selbst erlebt hatte, hat de Brum 2014 als Außenminister den noch nie da gewesenen Schritt unternommen, Klagen gegen alle neun Atomwaffenstaaten vor dem Internationalen Gerichtshof (IStGH/ICC) einzureichen, da sie ihren Abrüstungspflichten im Rahmen des Atomwaffensperrvertrages nicht nachkommen.

Die weiteren, mit jeweils einer Million Kronen (105.789,88 Euro) dotierten Preise gehen an die kanadische Urbevölkerungs-Expertin Sheila Watt-Cloutier, die Uganderin Kasha Jaqueline Nabagesera für ihren Einsatz für die Rechte sexueller Minderheiten in Afrika sowie an den italienischen Arzt und Antikriegs-Aktivisten Gino Strada.

"Mit ihrer unermüdlichen Arbeit, an den Schauplätzen globaler Krisen und in Gerichtssälen, verteidigen sie die Werte, die vor 70 Jahren zur Gründung der Vereinten Nationen führten. Im Angesicht sich zuspitzender humanitärer Notstände bieten sie konkrete Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit wie Krieg, Klimawandel und Diskriminierung", so die zusammenfassende Charakterisierung der vier Preisträger durch den Geschäftsführer der Stiftung, Ole von Uexküll." Die Alternativen Nobelpreise wurden vor 35 Jahren vom Onkel des Geschäftsführers, dem Philanthropen und Vordenker Jakob von Uexküll, ins Leben gerufen.

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