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34 Tote

Ankara-Attentäter war ein Syrer

Türkei macht Kurden für Anschlag von Ankara verantwortlich.

Die Türkei hat kurdische Kämpfer für den Anschlag in der Hauptstadt Ankara mit 34 Toten verantwortlich gemacht. Der Attentäter sei ein Mitglied der syrischen Kurdenmiliz YPG, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Donnerstag. Unterstützt worden sei er von der terroristischen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Neun Verdächtige seien festgenommen worden.

Der Anschlag zeige, dass auch die YPG (Volksverteidigungseinheiten) eine terroristische Gruppierung sei. Er erwarte, dass die Verbündeten der Türkei im Kampf gegen die YPG kooperierten, sagte Davutoglu in einer vom Fernsehen übertragenen Rede.

Video zum Thema: Autobombe tötet 28 Menschen
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Die Miliz der syrischen Kurden kämpft gegen die Extremisten des Islamischen Staates (IS) und wurde dabei auch von den USA unterstützt. Mit Hilfe russischer Luftangriffe drängten sie kürzlich die Rebellengruppen nördlich von Aleppo zurück. Die Türkei befürchtet dadurch eine Stärkung der Kurden.

Deren Partei in Syrien, die Partei der Demokratischen Union (PYD), bestritt, dass ihre YPG-Miliz in den Anschlag von Ankara verwickelt sei. Dieser Vorwurf der türkischen Regierung solle nur dazu dienen, den Konflikt in Syrien anzuheizen, sagte PYD-Co-Vorsitzender Saleh Muslim. Die PYD betrachte die Türkei nicht als Feind.

Der Anschlag in Ankara richtete sich vor allem gegen türkische Soldaten. Von den 28 Todesopfern seien 26 Militärangehörige, sagte der Ministerpräsident. Die Regierung habe mit Luftangriffen auf PKK-Einrichtungen im Nordirak auf das Attentat reagiert. Dabei seien in der Nacht zum Donnerstag 60 bis 70 PKK-Kämpfer getötet worden, darunter auch PKK-Anführer.

Diashow: Autobomben-Anschlag in Ankara

Autobomben-Anschlag in Ankara

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    Syrische Kurdenpartei bestreitet Verantwortung für Ankara-Anschlag
     Der PKK-Vertreter Cemil Bayik sagte der kurdischen Nachrichtenagentur Firat zu dem Anschlag von Ankara: "Wir wissen nicht, wer das getan hat." Er schließe aber nicht aus, dass das Attentat eine Racheaktion für die türkischen Massaker in den Kurdengebieten sei.

    In dem vor allen von Kurden bewohnten Südosten der Türkei gab es am Donnerstag einen weiteren Anschlag auf das türkische Militär. Bei der Explosion einer ferngezündeten Bombe starben nach Angaben aus Sicherheitskreisen sechs Soldaten. Einer sei schwer verletzt worden. Der Sprengsatz sei neben einem gepanzerten Fahrzeug auf der Straße von Diyarbakir in den Bezirk Lice detoniert. In dem Gebiet ist die Armee in den vergangenen Wochen massiv gegen Kurden vorgegangen.

    In Syrien werde die Türkei ihre Militäraktionen gegen die YPG fortsetzen, kündigte Davutoglu an und warnte zugleich Russland, die YPG nicht gegen die Türkei zu instrumentalisieren.

    Nach Informationen syrischer Rebellen sind mindestens 2000 Kämpfer aus der Türkei in das Gebiet nördlich von Aleppo gekommen, um dort die Offensive der YPG zurückzuschlagen. "Man hat uns erlaubt, alles mitzubringen, von leichten Waffen bis hin zu schweren Granatwerfern, Raketen und unseren Panzern", sagte ein Kommandant der Rebellengruppe Levante-Front der Nachrichtenagentur Reuters. In Kreisen anderer syrischer Rebellen hieß es, die Türkei habe in den vergangenen Tagen ihre Lieferungen von Munition und schwerer Waffen aufgestockt.
     

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