Pakistan Anschlag

Rache für Osamas Tod

Pakistan: 89 Tote bei Anschlägen

Die Taliban drohen mit weiteren Attentaten in der Region.

Die Zahl der Toten bei zwei Selbstmordanschlägen auf Rekruten im Nordwesten Pakistans ist auf 89 gestiegen. Nach Polizeiangaben wurden mehr als 115 Menschen verletzt. Ziel des Angriffs sei das Lager einer paramilitärische Einheit in Charsadda in der Nähe von Peshawar gewesen. Es seien großteils Rekruten und fünf Zivilisten bei dem Doppelanschlag getötet worden, sagte Nisar Khan Marwat, der Polizeichef des Distrikts.

Taliban: "Rache für Osamas Märtyrer-Tod"
Zu dem Anschlag haben sich die radikal-islamischen Taliban-Milizen bekannt. "Das war die erste Rache für Osamas Märtyrertod", sagte Talibansprecher Ehsanullah Ehsan der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Er kündigte weitere "größere Attacken" in Pakistan und Afghanistan an. 

Schwerster Anschlag seit Monaten
Es war der bisher tödlichste Anschlag in Pakistan in diesem Jahr und der erste schwere Anschlag nach der Tötung des Chefs des Al-Kaida-Terrornetzwerks, Osama bin Laden, in Abbottabad. Al-Kaida und die radikalislamischen Taliban hatten geschworen, die Tötung Bin Ladens durch eine US-Spezialeinheit in der Nacht zum 2. Mai in Pakistan zu rächen.

Attentäter kam auf dem Motorrad
Nach ersten Ermittlungen der Polizei zündete ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad seine Bombe in der Nähe des Eingangs zu dem Gelände. Die Rekruten seien gerade dabei gewesen, ihre Sachen in Busse zu verladen. Sie wollten nach ihrem Kurs für zehn Tage auf Urlaub fahren. Den Angaben zufolge trugen die Rekruten Zivilkleidung.

Danach habe es einen zweiten Selbstmordanschlag gegeben. Wie die zweite Bombe gezündet wurde, war zunächst unklar. Die Sicherheitskräfte riegelten den Tatort in der Region Shabqadar, rund 30 Kilometer nördlich von Peshawar, ab.

In Pakistan wurden in den vergangenen vier Jahren mehr als 4.300 Menschen bei Bombenanschlägen getötet. Die meisten der Anschläge ereignen sich im Nordwesten des Landes, der als Hochburg islamistischer Kämpfer und als Rückzugsgebiet der Taliban und des Terrornetzwerks Al-Kaida gilt.

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