Barack Obama Papst Franziskus

"Gipfeltreffen"

Obama trifft Papst Franziskus

Insgesamt tausend Soldaten sind für den US-Präsidenten im Einsatz.

US-Präsident Barack Obama ist am Donnerstag von Papst Franziskus zu seiner ersten Privataudienz empfangen worden. Das Gespräch dauerte fast eine Stunde lang. Das Treffen in der Privatbibliothek des Papstes im Apostolischen Palast erfolgte in einem sehr freundschaftlichen Klima. Franziskus drückte dem US-Präsidenten beim Abschied lang die Hand. "Es ist eine Ehre, Sie treffen zu dürfen", so Obama.

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Im Mittelpunkt des Gesprächs mit dem Papst würden die globalen Krisenherde und der Kampf gegen globale Armut stehen, hatte es im Vorfeld des Treffens aus dem Vatikan geheißen. Obama lud den Papst in die Vereinigten Staaten ein. Ein möglicher Anlass wäre der katholische Weltfamilientag, der vom 22. bis 27. September 2015 in Philadelphia stattfindet.

Obama war Donnerstagvormittag in einer gepanzerten Limousine im Vatikan eingetroffen. Begleitet wurde er von einer Delegation, zu der auch US-Außenminister John Kerry gehörte. Der US-Präsident wurde im Vatikan vom Präfekten des päpstlichen Hauses, Bischof Georg Gänswein, empfangen, den der US-Präsident bereits bei seinem Besuch bei Benedikt XVI. im Jahr 2009 kennengelernt hatte. "Es ist wunderbar wieder hier zu sein", sagte Obama. Als Franziskus Obama in der Privatbibliothek des Apostolischen Palastes begrüßte, dankte ihm der US-Präsident für die Audienz besonders herzlich.

Eine kleine Menschenmenge wartete auf der Via della Conciliazione, der Straße, die zum Petersplatz führt, auf den Konvoi mit Obama, der am Mittwochabend auf dem römischen Flughafen Fiumicino gelandet war. Schärfste Sicherheitsvorkehrungen wurden rund um den Vatikan für den Besuch getroffen. Rund tausend Soldaten sind in Rom für das Staatsoberhaupt im Einsatz und bewachen die Innenstadt. Alle wichtigen Monumente, die U-Bahn-Zugänge und die Sitze wichtiger Institutionen werden strengstens kontrolliert.

Kampf gegen die Armut

Obama hatte im Interview mit der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" am Donnerstag die Notwendigkeit eines gemeinsamen verstärkten Einsatzes gegen die Armut hervorgehoben. "Der Papst verkündet nicht nur das Evangelium, er lebt es. Er inspiriert Menschen auf der ganzen Welt und auch mich mit seinem Einsatz für soziale Gerechtigkeit und seiner Botschaft von Liebe und Mitleid, vor allem für Personen, die ärmer und schwächer sind", sagte Obama. Er sei von Franziskus' Demut und seinen Gesten der Barmherzigkeit beeindruckt. "Der Papst erinnert uns, dass jeder von uns die individuelle Verantwortung hat, auf tugendhafte Weise zu leben", erklärte Obama.

Zu Franziskus' Amtseinführung vor gut einem Jahr reiste Obama nicht an und ließ sich von Vizepräsident Joe Biden vertreten. Vor zwei Wochen lud der US-Kongress den Papst ein, als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche eine Rede vor beiden Parlamentskammern in Washington zu halten. Als Termin wird über den September 2015 spekuliert.

Dichtes Programm
Obama hat bei seinem Italienbesuch ein dichtes Programm. Nach dem Treffen mit Franziskus fuhr er zu Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano in den Quirinal-Palast. Am Nachmittag soll ein bilaterales Treffen mit dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi folgen. Danach will Obama das Kolosseum besichtigen, das derzeit renoviert wird.

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