"Covfefe" - So rechtfertigt Trumps Sprecher den wirren Tweet

Was hat US-Präsident damit gemeint?

"Covfefe" - So rechtfertigt Trumps Sprecher den wirren Tweet

Mit einem Wort, das niemand kennt, sorgte Trump für Verwirrung im Netz.

Was meint der US-Präsident mit "covfefe"? Ein mittlerweile wieder gelöschter Tweet von Donald Trump mit Tippfehlern hat im Netz für Spekulationen gesorgt, was der Präsident seinen 31 Millionen Followern eigentlich sagen wollte.

"Despite the constant negative press covfefe" (deutsch: Trotz der dauernden negativen Presse covfefe), hieß es in dem kurz nach Mitternacht (Ortszeit/US-Ostküste) am Mittwoch geposteten Tweet im Kurznachrichtendienst Twitter. Nach dem Nicht-Wort "covfefe" scheint der Tweet mitten im Satz abzubrechen.

Vermutlich wollte Trump "coverage" - also Berichterstattung - schreiben, spekulierten Journalisten und Twitter-User. War Trump über seinem Handy mitten im Tweet eingeschlafen? War Alkohol im Spiel - obwohl Trump eigentlich nicht trinkt? Meinte er eigentlich Kaffee oder hatte er unabsichtlich sein Codewort für die US-Atombomben verraten? "Covfefe" könnte aber auch russisch für "Ich trete zurück" heißen, schrieb eine Userin in Anspielung auf die Russland-Affäre. All diese Vermutungen machten #covfefe weltweit zu einem Internet-Phänomen.

© Reuters

Tweet gelöscht, aber Sprecher sorgt für Verwirrung

Mittwoch in der Früh in Washington löschte Trump den Tweet wieder und nahm das Twitter-Missgeschick scheinbar gelassen. "Wer kann die wahre Bedeutung von "covfefe" herausfinden??? Viel Spaß!", twitterte er.

Sein Sprecher Sean Spicer sorgte am Nachmittag abermals für Verwirrung, als er nach der Nachricht gefragt wurde. "Der Präsident und eine kleine Gruppe von Leuten wissen genau, was er meint", sagte er, ohne die Aussage näher zu erklären.

Eintrag in "Urban Dictionary"

"Covfefe" bekam schon in der US-Nacht einen Eintrag im "Urban Dictionary", einem Online-Wörterbuch für Umgangssprache: "Wenn man 'coverage' schreiben will, aber die Hände zu klein sind, um alle Buchstaben auf der Tastatur zu treffen." Findige Internet-Unternehmer boten auch schon T-Shirts mit "covfefe"-Aufdruck an.

Hit auf Twitter

Mehr als 100.000 Twitter-Nutzer hatten den "covfefe"-Tweet während seiner kurzen Existenz geteilt, mehr als 130.000 das Gefällt-mir-Zeichen angeklickt. "covfefe" war weltweit ein vielgesuchter Begriff bei Google.

"Donald Trump könnte soeben das Wort des Jahres 2017 erfunden haben (auch wenn es unabsichtlich war)", hieß es etwa beim australischen Sender ABC. Auch in Europa folgte man dem "covfefe"-Trend: "Es steckt viel Spaß in covfefe", twitterte etwa der Comedian Jan Böhmermann. Und in Österreich warnte AMS-Chef Johannes Kopf: "Weil Ihr hier #covfefe lustig findet, ruiniert der jetzt unser Weltklima... Passt doch auf!"

Jason Kander, ehemaliger Secretary of State des US-Bundesstaats Missouri schrieb: "Kinder, solltet ihr jemals einen Chef haben, der so emotional instabil ist, dass ihr euren Job riskieren würdet, wenn ihr zugebt, er hätte sich einen Tippfehler geleistet, kündigt diesen Job".

 


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