Die Deutsche Bahn steht wegen ihrer Image-Kampagne "Boah, Bahn" in der Kritik.
Deutschland. Die Kampagne "Boah, Bahn" hat dem deutschen Staatskonzern Deutsche Bahn mehr als 7 Millionen Euro gekostet, berichtet "Bild". Demnach geht es dabei um sieben Kurzfilme mit Hauptdarstellerin TV-Star Anke Engelke (1:50 bis 3 Minuten lang), plus Bahnsong (2:34 min). Die deutsche Komikerin spielte in den Kurzfilmen "Boah, Bahn" Zugchefin "Tina". In der Mini-Serie kämpft sie mit typischen Problemen wie Zugverspätungen oder kaputten Kaffeemaschinen im Bordbistro.
Das Ministerium hinterlegte die Information über die Kosten in der Geheimschutzstelle. Das heißt, dass kein Abgeordneter, der sich das vertrauliche Schriftstück mit der Summe angeschaut hat, darüber reden darf. Mehrere Quellen sollen "Bild" berichtet haben, dass die Deutsche Bahn für "Boah, Bahn" mehr als 7 Millionen Euro zahlte.
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Kritik aus der Politik
Nach der Veröffentlichung der Kurzfilme gab es laut "Bild" Kritik im Verkehrsausschuss an den Kosten der Kampagne, denn kurz vorher hatte die Deutsche Bahn die günstige Familienreservierung gestrichen (5,50 Euro für die Sitzplätze der gesamten Familie).
Jetzt kritisiert SPD-Fraktionsgeschäftsführer Dirk Wiese gegenüber "Bild" die Deutsche Bahn: "Für die Familienreservierung fehlt das Geld, aber für Imagewerbung werden Millionen ausgegeben?" Der Politiker hoffe, dass es "jetzt doch noch ein Umdenken bei der Familienreservierung gibt".
Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Sebastian Fiedler, kündigt an: "Das ganze Thema wird im Innen- und Verkehrsausschuss des Bundestags ein Nachspiel haben."
Die Deutsche Bahn argumentiert, dass das Budget für die Werbefilme sich im Rahmen vergleichbarer Kampagnen in der Branche bewege.