Mitten in der Ostsee wird eine kleine künstliche Insel versteigert. Die Insel zählte in der DDR-Zeit als ein Sperrgebiet.
Vor der deutschen Insel Rügen liegt mitten im Meer ein maroder Lost Place. Diese künstliche Insel diente zu DDR-Zeiten zur Neutralisierung der Magnetfelder von Schiffen, um sie vor Torpedos und Minen zu schützen. Errichtet wurde die Station im Jahr 1954 auf 600 Pfählen in zehn Meter Wassertiefe.
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Nach dem Mauerfall brauchte die deutsche Bundeswehr die "Entmagnetisierungsstation Lauterbach" nicht mehr. Die Insel verrottete. Nun kommt der Lost Place unter den Hammer.
"Der Zustand ist durch Natur, Vogelkot und Vandalismus marode"
Bei der Sommerauktion der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG (NDGA) wird am 4. Juni 2026 in Hamburg die Insel versteigert, so die "Bild". Das Mindestangebot liegt bei nur 39.000 Euro. Das ehemalige Militärgelände heißt heute "Insel Ostervilm". Sie liegt rund drei Kilometer östlich der Naturschutzinsel Vilm (94 Hektar) im Greifswalder Bodden.
Doch damit die Insel lebenswert wird, muss kräftig investiert werden. Im Katalog wird das Objekt beschrieben: "Die extravagante Insel ist auf einer Betonrahmenplattform mit Eisenplattenverschalung und Holzbohlenbeplankung erbaut. Der Zustand ist durch Natur, Vogelkot und Vandalismus marode. Setzungsrisse. Stahlteile verrostet. Zerstörte Fenster. Algen wachsen an den Mauern empor."
Insel kommt mit tierische Nachbarn
Wer auf die Insel kommen will, muss dies über den Wasserweg machen. Eine Besichtigung vor der Auktion gibt es wegen des schlechten Zustands der Insel nicht. Das Gelände hat insgesamt 710 qm Land- und Wasserfläche und zusätzlich gibt es einen Nutzungsvertrag mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund.
Die letzten bekannten Eigentümer waren ein norddeutscher Architekt und ein Planungsingenieur. Sie träumten von einem besonderen Kunstraum. Doch der Traum platzte an den langen Transportwegen, rechtlichen Hürden und extremen Investitionskosten.
Vor etwa zehn Jahren sollte die Station zu einer Ferienanlage umgebaut werden. Doch dieses Projekt scheiterte auch. Seitdem nennen Kormorane und andere Wasservögel die Insel ihre Heimat. Auf der Insel zu leben wird nicht nur durch die tierischen Nachbarn schwierig. Die Ruine hat kein Süßwasser, die Abwasserentsorgung ist kompliziert. Auch das Heizen und Warten ist äußerst aufwendig.