Ex-CIA-Chef gesteht Geheimnisverrat

Petraeus schuldig

Ex-CIA-Chef gesteht Geheimnisverrat

General Petraeus hat geheime Informationen an seine Geliebte weitergegeben.

Ex-CIA-Chef David Petraeus hat sich im Streit mit dem Justizministerium in Washington geeinigt und so einen für ihn peinlichen Prozess vermieden. Das geht aus den der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Akten des Justizministeriums hervor.

Dem früheren General, der für seine Erfolge in Afghanistan und im Irak gefeiert worden war, hätte im schlimmsten Fall sogar Gefängnis gedroht. Jetzt muss er 400.000 Dollar (360.000 Euro) Strafe zahlen.

In dem Streit ging es um die Weitergabe geheimer Informationen an seine Biografin - die zu der Zeit auch seine Geliebte war. Paula Broadwell, eine frühere Reserveoffizierin, hatte 2011 eine Biografie über den Vier-Sterne-General geschrieben. Dafür hatte der CIA-Chef sie in strengvertrauliche Akten und E-Mails schauen lassen.

2012 zurückgetreten
Wegen der außerehelichen Beziehung mit Broadwell hatte Petraeus im November 2012 als CIA-Direktor zurücktreten müssen. Der Seitensprung stoppte seine außergewöhnliche Karriere: Vor seiner Rolle als Chef des Auslandsgeheimdiensts war er in führender militärischer Position im Irak eingesetzt und Kommandant der internationalen Truppen in Afghanistan. Nun könnte "dem herausragenden Offizier seiner Generation" sogar eine Gefängnisstrafe drohen, schrieb die "New York Times" am Freitagabend in ihrer Onlineausgabe. Die endgültige Entscheidung über eine Anklageerhebung liegt demnach bei Justizminister Eric Holder

Der Skandal war ins Rollen gekommen, als eine Bekannte von Petraeus das FBI einschaltete, nachdem sie anonyme Drohmails erhalten hatte. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass die E-Mails an die Arztgattin Jill Kelley von der offensichtlich eifersüchtigen Broadwell stammten. Die Affäre weitete sich aus, als das FBI auch auf einen "möglicherweise unangemessenen" E-Mail-Austausch zwischen Kelley und dem damaligen Afghanistan-Oberbefehlshaber John Allen stieß. Das US-Verteidigungsministerium entlastete Allen in einer Untersuchung später aber vollständig.



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