Autor Yang Hengjun auf China-Reise verschwunden

Ex-Diplomat vermisst

Autor Yang Hengjun auf China-Reise verschwunden

Ein chinesisch-australischer Schriftsteller und Demokratie-Aktivist ist offenbar bei einer Reise in sein Heimatland verschwunden. 

Die australische Regierung gehe Berichten über eine mögliche Festnahme von Yang Hengjun nach, teilte das Außenministerium in Canberra am Mittwoch mitteilte.
 
Der Ex-Diplomat Yang, der als Romanautor und Politik-Blogger bekannt ist, war nach Angaben von Freunden am Freitag vergangener Woche nach seiner Ankunft in der Stadt Kanton im Süden Chinas verschwunden. Ein Sprecher des Ministeriums sagte auf Anfrage, die Regierung bemühe sich um Informationen über "einen australischen Staatsbürger, der in China als vermisst gemeldet worden ist". Unter Verweis auf die Privatsphäre des Vermissten wollte der Sprecher aber keine weiteren Angaben machen. Canberra soll sowohl mit Freunden und Familienangehörigen von Yang als auch mit den chinesischen Behörden in Kontakt stehen.
 

Wollte mit Frau und Sohn nach Shanghai reisen

Die Zeitung "Sydney Morning Herald" berichtete, Yang sei zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn nach Kanton gereist. Die Familie wollte demnach weiter nach Shanghai reisen, bestieg aber nicht das vorgesehene Flugzeug. Yangs Freund John Garnaut sagte, Yang sei ein "mutiger und engagierter Demokrat". Sein Fall werde weltweit Wellen schlagen, wenn nicht schnell eine Lösung gefunden werde, sagte der Journalist.
 
In China hatte Yang in der Provinz Hainan für das Außenministerium gearbeitet. 1992 ging er nach Hongkong und 1997 in die USA, wo er für das Politikinstitut Atlantic Council arbeitete. Später nahm er die australische Staatsbürgerschaft an. China erkennt doppelte Staatsbürgerschaften allerdings nicht an.
 

Einst als einflussreichster Politik-Blogger Chinas beschrieben

Yang, der mehrere Spionageromane geschrieben hat, betreibt einen bekannten Blog und wurde einmal als einflussreichster Politik-Blogger Chinas beschrieben. Er war im Jahr 2011 schon einmal verschwunden. Damals tauchte er aber nach einigen Tagen wieder auf und sprach von einem "Missverständnis".
 
Australien hatte sich erst kürzlich besorgt über die Festnahme von zwei Kanadiern in China gezeigt, deren Inhaftierung offenbar eine Vergeltungsaktion der chinesischen Behörden für die Festsetzung der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada war.
 
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