Im Iran-Krieg verschärfte sich die Tonart am Dienstag, kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an Teheran, weiter dramatisch. In der ZiB2 mit Armin Wolf gab der ehemalige Trump-Berater John R. Bolton seine knallharte Analyse ab.
Während US-Präsident Donald Trump seine Warnung vor einer „völligen Zerstörung“ aller iranischen Kraftwerke und Brücken bekräftigte, falls Teheran nicht bis 20 Uhr (Mittwoch 2.00 Uhr MESZ) die Straße von Hormus öffnet, verspottete ein Sprecher der iranischen Militärführung dies als „haltlose Drohungen“ eines „wahnhaften“ Präsidenten.
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Trump verschärfte daraufhin seine Drohungen: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen und nie wieder zurückkehren“, schrieb er auf seinem Social-Media-Kanal Truth Social. Die USA könnten Irans Brücken und Kraftwerke innerhalb von vier Stunden zerstören, warnte Trump weiter. Auch sein Vize JD Vance, der derzeit in Ungarn ist, legte nach und kündigte an, dass man „Werkzeuge im Kasten“, für deren Einsatz sie sich bisher noch nicht entschieden hätten.
Pakistan bittet Trump um Fristverlängerung
Als Reaktion auf die Drohungen zogen sich der Iran aus den diplomatischen Friedensgesprächen mit den USA zurück. Pakistan versuchte daraufhin zu vermitteln und bat Trump um einen weiteren Aufschub der von ihm genannten Frist. Iran rief am Dienstag auch Künstler und Sportler dazu auf, Menschenketten an Stromkraftwerken im ganzen Land zu bilden. „Wir werden Hand in Hand stehen, um zu sagen: Angriffe auf öffentliche Infrastruktur sind ein Kriegsverbrechen“, schrieb der stellvertretende Sportminister Alireza Rahimi auf X.
Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater von Donald Trump, John R. Bolton, ist mittlerweile zu einem scharfen Kritiker des US-Präsidenten geworden und schilderte in der ZiB2 mit Armin Wolf seine Sicht. "Ich weiß nicht, was er tun wird, wenn die Frist ohne Einigung abgelaufen ist", zeigt sich der Ex-Berater besorgt. Allerdings vermutet Bolton, dass es in letzter Sekunde die Frist doch noch verlängern würde.
Gerüchte, dass Trump sogar eine Atombombe einsetzen könnte, hält er nicht für realistisch. Bolton: "Seine Rhetorik übertrifft, wie üblich, seine eigene Vorstellungskraft." Während Trump weiterhin wild poltert, weiß der Experte, dass die militärisch Verantwortlichen dennoch keine Gesetze brechen würden und genau wissen, wie weit sie gehen können.
Trump ist nicht geeignet
Weiter hält er an seiner Meinung fest, dass Trump nicht für das Amt des Präsidenten geeignet sei. Er Kritisiert sein Verhalten, hält aber fest, dass er das schon zu seiner ersten Amtszeit hatte und nun ist es laut dem Kenner noch schlimmer geworden. "Sein Mund bewegt sich, mehr nicht", fällt er ein knallhartes Urteil.
Über die Entwicklung im Iran beharrt der ehemalige Sicherheitsberater auf Ruhe: "Es hat 47 Jahre gedauert, bis die Ayatollahs und die Revolutionsgarden das Regime aufgebaut haben, wir machen das erst seit sechs Wochen", so Bolton. Allerdings weiß er nicht, wer derzeit im Iran tatsächlich die Kontrolle hat. Das Regime an der Macht zu lassen, wären "die Folgen weitaus schlimmer als die Konsequenzen, die wir gerade durchmachen". Zum Abschluss meint Bolton: "Trump versucht verzweifelt, den Krieg zu beenden, kann aber nicht als Sieger herausgehen, solange die Straße von Hormus gesperrt ist."