Ganz Europa sperrt Luftraum für Absturz-Boeing

Nach Crash der 737 Max

Ganz Europa sperrt Luftraum für Absturz-Boeing

Flugzeugbauer zunehmend unter Druck.

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien gerät der US-Luftfahrtriese Boeing immer stärker unter Druck: In Europa, Australien und weiten Teilen Asiens haben Luftfahrtbehörden Flugverbote für alle baugleichen Maschinen erteilt. Zahlreiche Airlines legten die Flugzeuge am Dienstag wegen Zweifeln an der Sicherheit der Baureihe ebenfalls zunächst still.

Damit ist gut die Hälfte der seit 2017 ausgelieferten rund 350 Flugzeuge aus dem Verkehr gezogen. Es drohen zahlreiche Flugausfälle. Das stürzt Boeing nicht nur in eine tiefe Imagekrise: Die 737-Max-Serie ist der gefragteste Flugzeugtyp des Airbus-Rivalen. Bei andauernden Problemen bei dem Kassenschlager könnten auch massive Umrüstungskosten und Geschäftseinbußen drohen. Der Aktienkurs des Unternehmens sackte den zweiten Tag in Folge ab.

Boeing beharrte auf Sicherheit

Boeing beharrte indes auf der Sicherheit der nach zwei Abstürzen innerhalb eines halben Jahres stark in die Kritik geratenen Baureihe. "Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit", teilte der Konzern am Dienstag mit. Boeing verwies erneut darauf, dass die US-Luftfahrtbehörde FAA derzeit keine weiteren Maßnahmen fordere. In den kommenden Wochen will der Konzern jedoch ein wichtiges Software-Update für die Baureihe anbieten. Die Devise laute, "ein bereits sicheres Flugzeug noch sicherer machen", versprach Boeing.
 
Beim Absturz einer Maschine der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines in der Nähe der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba waren am Sonntag 157 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch drei Österreicher und ein in Kärnten tätiger Pfarrer aus Deutschland.

Österreich sperrte Luftraum für Boeing Max 8

Der internationale Flugverkehr wird aus Furcht vor weiteren Zwischenfällen zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Nachdem am Dienstagnachmittag Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Österreich und weitere Staaten eine Sperre ihres Luftraums für die Boeings angekündigt hatten, zog auch die europäische Luftfahrtbehörde EASA am Abend nach. Das Verbot gelte als "Vorsichtsmaßnahme" für den ganzen europäischen Luftraum für die Typen Boeing 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9, erklärte die EASA.
 
Die Sperre des deutschen Luftraums für das Boeing-Modell 737 Max gilt für drei Monate. Bis einschließlich 12. Juni dürfe kein Flugzeug des Typs Boeing 737 Max 8 und Max 9 über der Bundesrepublik fliegen, richtetet die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen bei Frankfurt aus. Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) entschied am Nachmittag, Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max ab Mitternacht bis auf weiteres im österreichischen Luftraum zu "grounden". Nach Informationen der Austro Control befinden sich in Österreich keine Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max.
 
Der weltgrößte Reisekonzern Tui legt infolge des Flugverbots in Großbritannien seine 15 Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 vorübergehend still, Turkish Airlines zwölf Flieger. Auch Norwegian wird ihre 18 Maschinen des Typs vorerst außer Betrieb nehmen.

Viele Länder folgen nicht der FAA

Viele Länder folgen diesmal nicht - wie üblich - der Linie der US-Luftfahrtbehörde FAA. "Diese Untersuchung hat gerade erst begonnen, und uns liegen bisher keine Daten vor, um Schlussfolgerungen zu ziehen oder Maßnahmen zu ergreifen", teilte die FAA am Montag (Ortszeit) mit. Die US-Behörde kündigte jedoch an, sie werde "geeignete Maßnahmen ergreifen, wenn die Daten darauf hindeuten, dass dies erforderlich ist".
 
Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 im Oktober in Indonesien mit 189 Todesopfern Jahr gab es der FAA zufolge bereits zahlreiche technische Prüfungen und Maßnahmen. Im Zentrum der Untersuchungen stand bisher ein umstrittenes System zur Flugkontrolle, das laut Unfallermittlern eine entscheidende Rolle beim Crash in Indonesien gespielt haben könnte. Boeing versprach nun eine Verbesserung der Steuerungssoftware, die in den kommenden Wochen bei sämtlichen 737-Max-Maschinen aufgespielt werde.
 
Die Piloten der in Äthiopien verunglückten Boeing hatten der Flugsicherung kurz vor dem Absturz von Problemen berichtet, die Maschine unter Kontrolle zu halten. Das sagte der Chef von Ethiopian Airlines, Tewolde GebreMariam, dem Nachrichtensender CNN.

US-Politiker fordern Konsequenzen

US-Politiker forderten unterdessen Konsequenzen der Luftfahrtbehörde FAA. Spitzenvertreter beider großer Parteien sprachen sich am Dienstag für ein Startverbot des betroffenen Flugzeugtyps aus. Alle Flieger sollten am Boden bleiben, bis die Ursachen der jüngsten Abstürze und die Flugtauglichkeit geklärt seien, forderte etwa der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney. US-Präsident Donald Trump sprach sich unterdessen gegen den Einsatz von zu viel Computertechnologie in der Luftfahrtbranche aus.
 
Die Boeing 737 ist das meistverkaufte Verkehrsflugzeug der Welt. Die 737-Max-Reihe ist die neueste Variante des Verkaufsschlagers. Der US-Hersteller hat bereits mehr als 350 Maschinen ausgeliefert und sitzt auf prall gefüllten Auftragsbüchern mit Tausenden Bestellungen.
 
An der Börse in New York sackte die Boeing-Aktie wieder ab. Am frühen Nachmittag stand sie mit sieben Prozent in Minus. Die Papiere des europäischen Erzrivalen Airbus profitierten hingegen leicht, hier näherte sich der Kurs mit einem Plus von gut einem Prozent dem Rekordhoch vom 1. März.
 
Es ist nicht das erste Mal, dass Boeing-Maschinen wegen Sicherheitsrisiken in großem Stil nicht starten. Im Jänner 2013 hatte die US-Luftfahrtbehörde FAA nach einer Reihe von Pannen ein Flugverbot für Boeings damaligen Vorzeigeflieger "Dreamliner" verhängt. Vorausgegangen war eine Notlandung des Langstreckenjets in Japan, nachdem eine Batterie durchgeschmort war. Diesmal dürften die Folgen jedoch deutlich schwerwiegender sein, Boeing hatte damals lediglich 50 "Dreamliner" ausgeliefert, die 737-Max-Jets sind wesentlich stärker verbreitet.


 17:42

Italien und Holland schlossen Luftraum für 737 Max

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max in Äthiopien haben auch Italien und die Niederlande ihre Lufträume für Flugzeuge dieses Typs gesperrt. Die Maßnahme trete am Dienstagabend in Kraft, meldete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die italienische Luftfahrtbehörde Enac.

Zuvor hatte die Behörde mitgeteilt, dass in Italien lediglich die Fluggesellschaft Air Italy drei Maschinen dieser Art in ihrer Flotte habe. Zuvor hatten unter anderem Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Österreich die Lufträume für diese Flugzeuge gesperrt.

 17:00

Sperre in Ö ab Mitternacht gültig

Das Grounding für Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max in Österreich gilt ab Mitternacht. Bis dahin sind theoretisch noch Starts und Landungen möglich, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums der APA.

 16:47

Boeing beharrt auf Sicherheit von 737 Max-Reihe

Der US-Flugzeugbauer Boeing beharrt auf der Sicherheit seiner nach zwei Abstürzen innerhalb eines halben Jahres stark in die Kritik geratenen Baureihe 737 Max. "Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit", teilte der Konzern am Dienstag mit.

Boeing äußerte aber nach etlichen Startverboten weltweit Verständnis dafür, dass Aufsichtsbehörden und Airlines "Entscheidungen treffen, die sie am angemessensten für ihre Heimatmärkte halten". Das Unternehmen arbeite weiter mit Regulierern und Kunden zusammen, damit diese die nötigen Informationen erhielten, um Vertrauen in den Betrieb der Flotte zu haben. Boeing verwies erneut darauf, dass die US-Luftfahrtbehörde FAA derzeit keine weiteren Maßnahmen fordere. Auf Basis der derzeit verfügbaren Informationen gebe es keine Grundlage, neue Anweisungen für den Betrieb der 737-Max-Flotte auszugeben.

 16:45

Auch Frankreich sperrt Luftraum für 737 Max

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max in Äthiopien sperrt auch Frankreich seinen Luftraum für Maschinen dieses Typs. Das teilte die zivile Luftfahrtbehörde DGAC am Dienstag mit. Französische Fluggesellschaften hätten keine Boeing 737 Max in ihren Flotten.

 16:42

Österreich sperrt Luftraum für Boeing 737

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien wird auch der österreichische Luftraum für Maschinen dieses Typs gesperrt. Das gab das Verkehrsministerium gegen 16.30 Uhr bekannt. Demnach habe Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) entschieden, Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max bis auf weiteres im österreichischen Luftraum zu "grounden", hieß es in einer Aussendung.

 16:36

Auch Irland schloss Luftraum für Boeing 737 MAX

Nach Großbritannien und Deutschland hat am Dienstagnachmittag auch Irland den Luftraum für alle Boeing-Maschinen des Typen 737 Max geschlossen. Als Grund wurde auf die zwei Abstürze in jüngster Zeit verwiesen. Es handle sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahmen.

 16:36

Verkehrsminister Hofer verfügt "Grounding" der Boeing 737 MAX-Flugzeuge in Ö

Nach den verheerenden Abstürzen von Flugzeugen des Typs Boeing 737 MAX hat Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer entschieden, Flugzeuge vom Typ Boeing 737 MAX bis auf weiteres im österreichischen Luftraum zu „grounden“: „Sicherheit ist in der Luftfahrt oberste Priorität. Offenbar gibt es bei diesem Boeing-Typ massive Probleme, die letztlich auch der Grund für zwei Abstürze gewesen sein dürften. Zum Schutz von Passagieren, Piloten und Crew-Mitgliedern habe ich mich auf Basis der derzeit vorliegenden Fakten dazu entschlossen, dieses „Grounding“ für den österreichischen Luftraum zu veranlassen.“

 16:25

Deutscher Luftraum für Boeing 737 Max 8 gesperrt

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien wird der deutsche Luftraum für Maschinen dieses Typs gesperrt. Das sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Dienstag in Berlin auf Anfrage. In Deutschland gebe es zwar keine Starts und Landungen, aber zahlreiche Überflüge dieser Maschine.

 16:12

Tuifly lässt seine Boeing 737 Max 8 am Boden

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien mit 157 Toten lässt auch die deutsch-britische Fluggesellschaft Tuifly ihre Maschinen vorerst am Boden. "Wir haben entschieden, alle Boeing 737 Max 8 in unserer Flotte am Boden zu lassen", sagte ein Tuifly-Sprecher am Dienstag. Die insgesamt 15 Maschinen des betroffenen Typs sind in Großbritannien und den Benelux-Staaten stationiert.

Zuvor hatten die britischen Behörden entschieden, dass die 737 Max 8 bis auf Weiteres in Großbritannien weder starten noch landen oder den Luftraum durchfliegen dürfen. Wie der Tuifly-Sprecher sagte, steht sein Unternehmen "im intensiven Austausch" mit den Behörden. Jetzt gehe es darum, die Maschinen so reibungslos wie möglich zu ersetzen. Tuifly betreibt eine Flotte von insgesamt 150 Flugzeugen.

 15:53

Trump besorgt über Computer-Einsatz

Nach dem Absturz eines Flugzeugs des US-Herstellers Boeing in Äthiopien hat Präsident Donald Trump sich gegen den Einsatz von zu viel Computertechnologie in der Luftfahrtbranche ausgesprochen. "Flugzeuge werden viel zu kompliziert zum Fliegen", schrieb Trump am Dienstag auf Twitter.

Statt Piloten brauche es heutzutage Computerspezialisten, so Trump. Es gehe immer darum, einen "unnötigen" Schritt weiter zu gehen, dabei sei es besser, sich auf alte und simple Verfahren zu verlassen, fügte er hinzu. Die Komplexität berge Gefahren, erklärte Trump. "Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich will keinen Albert Einstein als meinen Piloten. Ich will großartige Flugprofis, die einfach und schnell die Kontrolle über ein Flugzeug übernehmen dürfen." Boeing erwähnte der Präsident in seinen Nachrichten nicht.

Trump © APA/AFP/Jim WATSON

 15:30

Auch Norwegian stoppte Einsatz von Boeing 737 Max 8

Nach dem tödlichen Absturz einer Passagiermaschine in Äthiopien stoppt die norwegische Fluggesellschaft Norwegian nun doch den Einsatz ihrer Boeing-Flugzeuge des Typs 737 Max 8. Aufgrund von Empfehlungen der europäischen Luftfahrtbehörden blieben die Maschinen bis auf Weiteres am Boden, teilte die Airline am Dienstag mit.

Man entschuldige sich bei den betroffenen Kunden. Die Sicherheit von Fluggästen und Besatzungsmitgliedern werde aber niemals in Gefahr gebracht. Am Montag hatte Norwegian noch mitgeteilt, zunächst weiter auf das betroffene Flugzeugmodell zu setzen. Die Fluglinie stand aber durchgängig in engem Kontakt mit Boeing und den Behörden.

Norwegian verfügt laut seiner Webseite über 18 Boeing 737 Max 8. Insgesamt haben die Norweger demnach rund 160 Maschinen in ihrer Flotte, auf Langstrecken setzen sie auf ihre Boeing 787 Dreamliner und ihre 737 Max 8. Mehr als 110 Boeing 737-800, mit denen Norwegian auf Kurzstrecken unterwegs ist, sind nach Unternehmensangaben von dem vorübergehenden Stopp nicht betroffen.

 15:24

Europa-Luftfahrtbehörde plant eigene Einschätzung

Nach dem Absturz eines Flugzeugs vom Typ Boeing 737 Max 8 hat die europäische Luftfahrtbehörde EASA für Dienstagabend eine Bewertung der Situation aus ihrer Sicht in Aussicht gestellt. Ein Sprecher der Behörde widersprach allerdings Gerüchten, dass eine Sperrung des europäischen Luftraums für den Maschinentyp geplant sei.

Nach zwei Abstürzen innerhalb weniger Monate von baugleichen Jets wenden sich viele Airlines und Luftfahrtbehörden aus Furcht vor einem technischen Problem von diesem neuen Flugzeugtyp ab. Gut ein Drittel der rund 350 seit 2017 ausgelieferten Maschinen bleibt infolge des Flugzeugabsturzes einer 737 Max 8 in Äthiopien am Sonntag mit 157 Toten inzwischen am Boden.

 15:22

Malaysia verbot Starts und Landungen für 737 Max 8

Wie der Nachbarstaat Singapur hat Malaysia allen Flugzeugen des Typs Boeing 737 Max 8 den Betrieb auf seinem Gebiet verboten. Nachdem es in weniger als fünf Monaten zwei tödliche Unfälle mit Flugzeugen dieses Typs gegeben habe, sei deren Betrieb nach oder von Malaysia bis auf Weiteres ausgesetzt, hieß es in einer Erklärung von Malaysias ziviler Luftfahrtbehörde CAA. Das Verbot gelte ab sofort.

Zudem stellte die Behörde klar, dass keine malaysische Fluggesellschaft eine Boeing 737 Max 8 aktuell nutze. Der südostasiatische Staat bezieht sich damit auf den Absturz einer Boeing-Passagiermaschine am Sonntag in Äthiopien sowie den Crash einer baugleichen Maschine im Oktober im Nachbarland Indonesien.

 15:20

Großbritannien schloss Luftraum für Boeing 737 Max

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max in Äthiopien hat Großbritannien seinen Luftraum für Maschinen dieses Typs geschlossen. Die britische Luftfahrtbehörde teilte am Dienstag mit, sie habe vorsorglich verfügt, alle kommerziellen Flüge von allen Airlines zu untersagen, die im Vereinigten Königreich landen, starten oder das Land überfliegen.

Die Anordnung werde bis auf Weiteres in Kraft sein, hieß es. Die Behörde betonte, sie stehe in engem Kontakt mit der europäischen Luftaufsicht EASA. Derzeit nutzen fünf Maschinen des Typs 737 Max Flugbasen in Großbritannien.

 13:22

Auch Airline Easter Jet stoppt 737-Max-8-Einsatz

Nach dem Flugzeugabsturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien lässt auch die südkoreanische Billigfluggesellschaft Eastar Jet ihre beiden Maschinen des gleichen Typs vorerst auf dem Boden. Die Entscheidung der Airline gab Südkoreas Transportministerium am Dienstag bekannt. Nach Berichten südkoreanischer Medien ist Eastar Jet die einzige Airline des Landes, die diese Flugzeuge derzeit betreibt.

Eastar wolle die Boeing 737 Max 8 solange parken, bis klar sei, dass sie sicher betrieben werden können, wurde der Präsident der Airline vom Ministerium zitiert. Der Betrieb werde ab Mittwoch vorerst eingestellt. Transportminister Kim Jung Ryul habe zuvor das Unternehmen zur Zusammenarbeit bei gründlichen Prüfungen zur Flugsicherheit gebeten. Im Moment gebe es keine ausländischen Fluggesellschaften, die eine Boeing 737 Max 8 in Korea einsetzten, sagte eine Sprecherin der Behörde.

Eastar habe in diesem Jahr vier weitere Boeing 737 Max 8 zu ihrer Flotte hinzufügen wollen, meldete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Auch andere Airlines des Landes einschließlich Korean Air hätten Aufträge über die Lieferung von Flugzeugen dieses Typs unterzeichnet.

 12:08

Airbus-Aktien steigen nach Boeing-Drama Richtung Rekordhoch

Die Aktien von Airbus haben sich am Dienstag wieder dem Rekordhoch vom 1. März bei 114,76 Euro genähert. Im Tageshoch stiegen sie um 1,3 Prozent auf 114,52 Euro und setzten damit die Kursgewinne vom Wochenbeginn fort.

Händler schlossen zwar nicht aus, dass sich Boeing-Kunden nach dem Absturz einer zweiten 737 Max 8 binnen weniger Monate dem unmittelbaren Konkurrenzprodukt A320neo von Airbus zuwenden könnten. Die Bestelllisten für beide Flieger seien jedoch sehr lang, so dass ein kurzfristiger Ersatz kaum möglich sei. "Der Absturz ist eindeutig negativ für Boeing, aber nicht im Umkehrschluss auch zwangsläufig besonders positiv für Airbus", sagte ein Börsianer.

 10:20

Australien stoppt Starts & Landungen von 737 Max 8

Australien lässt auf seinen Flughäfen keine Passagiermaschinen des Typs Boeing 737 Max 8 mehr starten und landen. Die nationale Flugsicherheitsbehörde verhängte nach dem Absturz eines Boeing-Flugzeugs in Äthiopien am Dienstag für alle solche Maschinen ein vorübergehendes Verbot.

Betroffen sind die beiden Fluggesellschaften Silk Air aus Singapur und Fiji Airways von den Fidschi-Inseln, die die Boeing 737 Max 8 in Australien im Einsatz haben. Australische Fluggesellschaften fliegen nicht damit.

 10:10

Singapur sperrte Flughafen für alle Boeing 737 Max 8

Auf dem Flughafen Singapur - einem der größten weltweit - dürfen bis auf Weiteres keine Passagiermaschinen des Typs Boeing 737 Max 8 mehr starten und landen. Der südostasiatische Stadtstaat verhängte am Dienstag mit sofortiger Wirkung ein vorübergehendes Verbot.

Singapur zog damit die Konsequenz aus den Abstürzen zweier Boeing-Passagiermaschinen des gleichen Typs in Indonesien und Äthiopien innerhalb weniger Monate mit insgesamt mehr als 340 Toten. Das Verbot soll nach einer Mitteilung der nationalen Flugsicherheitsbehörde solange gelten, bis "weitere Informationen gesammelt und das Sicherheitsrisiko neu bewertet" ist. Einen genaueren Zeitraum nannte die Behörde nicht. Betroffen von dem Verbot sind unter anderem die Fluggesellschaften China Southern, Thai Lion, Garuda, Silk Air und Shandong.

Mit mehr als 60 Millionen Passagieren gehört der Changi-Flughafen von Singapur zu den 20 größten der Welt. Insbesondere für den Weiterflug in andere asiatische Länder und nach Australien wird er auch von europäischen Passagieren viel genutzt. Mehrfach wurde er als bester internationaler Flughafen ausgezeichnet.

singapur.jpg © APA/AFP/Roslan RAHMAN

 09:50

Mindesterfahrung für Piloten in Indien eingeführt

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien hat Indiens Luftfahrtbehörde DGCA eine Flugerfahrung von mindestens 1.000 Stunden für Piloten des Flugzeugtyps vorgeschrieben. Co-Piloten müssten laut DGCA mindestens 500 Stunden Flugerfahrung vorweisen. Dies sei eine vorläufige Sicherheitsmaßnahme, die Dienstagmittag (Ortszeit) in Kraft trete und für alle Flüge im indischen Luftraum gelte.

Diese sowie neue Vorgaben zur Wartung der Maschinen seien dem US-Luftfahrtkonzern Boeing und der US-Luftfahrtbehörde FAA mitgeteilt worden. Die Boeing 737 Max 8 von Äthiopiens nationaler Fluggesellschaft Ethiopian Airlines war am Sonntag auf dem Weg in die kenianische Hauptstadt Nairobi kurz nach dem Start in Addis Abeba mit 157 Menschen an Bord abgestürzt. Unter den Opfern waren dem Auswärtigen Amt zufolge fünf Deutsche. Im Oktober waren beim Absturz einer baugleichen Maschine der Fluglinie Lion Air in Indonesien 189 Menschen gestorben. China, Indonesien und Ethiopian Airlines verfügten am Montag ein Startverbot für alle Boeing-Flugzeuge vom Typ 737 Max 8. Die FAA tat dies zunächst nicht.

Die indische Fluggesellschaft Jet Airways hat fünf Maschinen dieses Typs. Diese seien aber derzeit nicht in Betrieb, teilte die Airline mit - aus finanziellen Gründen, wie eine Nachfrage ergab. SpiceJet - die andere indische Fluglinie, zu deren Flotte die Boeing 737 Max 8 gehört - äußerte sich zunächst nicht zu den 13 Maschinen.

 08:02

Boeing räumt Softwareproblem ein

Der US-Flugzeughersteller Boeing hat ein Softwareproblem bei Maschinen des Typs 737 Max eingeräumt, nachdem am Sonntag zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Monaten eine fast fabrikneue Maschine dieser Art in Äthiopien abgestürzt ist. Man arbeite an einer "Verbesserung der Software", teilte Boeing am Montagabend (Ortszeit) mit.

Das Software-Update solle "in den nächsten Wochen" in der 737-MAX-Flotte erfolgen. Boeing verwies darauf, dass die US-Luftsicherheitsbehörde FAA die Änderung des Computerprogramms bis April erwarte. Konkret geht es um ein Programm zur Fluglagestabilisierung (MCAS), bei dem es durch falsche Sensordaten zu Problemen kommen kann. Boeing betonte, dass die Piloten "immer in der Lage sind, die Flugkontrolle manuell außer Kraft zu setzen". Die 737 Max sei "ein sicheres Flugzeug".