US-Ansprüche

Grönlands Premier zieht "Rote Linien"

Grönlands Regierungschef Jens Frederik Nielsen hat im Streit um den von der Trump-Regierung in Washington forcierten US-Einfluss auf der Arktis-Insel "Rote Linien" gezogen.  

Zwar hoffe er auf eine Einigung in den anstehenden Gesprächen mit den USA und Dänemark, zu dem das autonom regierte Grönland gehört, es gebe jedoch Grenzen, die nicht überschritten werden dürften, sagte Nielsen am Mittwoch in Paris. "Wir stehen unter Druck, unter ernstem Druck."

Nielsen äußerte sich bei einem gemeinsamen Auftritt mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Die grönländische Bevölkerung sei verängstigt, zeigte sich der Premier besorgt. Zugleich räumte Nielsen ein, dass angesichts eines aggressiveren Verhaltens Russlands mehr für die Überwachung und Sicherheit der Region getan werden müsse.

Frederiksen betonte ihrerseits die Notwendigkeit europäischer Geschlossenheit, die sich bereits bei der Abwehr von US-Präsident Donald Trumps jüngsten Zolldrohungen im Streit über die Zukunft Grönlands gezeigt habe. Die Weltordnung habe sich für immer verändert. Dennoch sei der transatlantische Zusammenhalt überlebenswichtig, da Russland keinen Frieden wolle. "Wenn wir zulassen, dass Russland in der Ukraine gewinnt, werden sie weitermachen", warnte sie.

Auch Moskau baut Drohkulisse auf

Trump hatte zuletzt Begehrlichkeiten bezüglich der zum dänischen Königreich gehörenden Insel angemeldet, eine zwischenzeitlich angedrohte gewaltsame Übernahme aber wiederum ausgeschlossen. Russland hat in der Arktis zahlreiche Militärstützpunkte aus Sowjetzeiten modernisiert.

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