Deutliches Bild

Iran-Krieg: Brutale Umfrage-Klatsche für Donald Trump

Nur jeder vierte Amerikaner unterstürzt den Krieg gegen den Iran. 

Donald Trump inszeniert sich gerne als Friedenspräsident. Bei nahezu jeder seiner Ansprachen reklamiert er für sich, eine Vielzahl von Konflikten beendet zu haben. "Keine Kriege" war bereits 2024 ein zentrales Motto seines Wahlkampfes, mit dem er Anhänger der "Make America Great Again"-Bewegung (MAGA) um sich scharen wollte. "Ich war der erste Präsident der Neuzeit, der keine neuen Kriege begonnen hat."

In der öffentlichen Wahrnehmung fallen die Vereinigten Staaten zuletzt allerdings weniger als Friedensbringer auf – stattdessen bestimmen militärische Eskalationen in Venezuela und im Iran die Schlagzeilen.

Am Samstag hatten Israel und die USA den Iran angegriffen und dabei unter anderem das iranische Staatsoberhaupt, den Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei, getötet. Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion.

Umfrage-Klatsche

In den USA sorgt eine aktuelle Reuters/Ipsos-Umfrage für ein deutliches Stimmungsbild: Nur etwa 27 Prozent der Befragten unterstützen die Luftschläge, bei denen der iranische Führer getötet wurde, während 43 Prozent die Angriffe ablehnen und 29 Prozent unentschlossen sind. Die Umfrage wurde am Sonntag abgeschlossen und zeigt einen deutlichen Riss in der öffentlichen Meinung der Amerikaner.

Fast neun von zehn Befragten gaben an, zumindest etwas über die Luftangriffe gehört zu haben, die gemeinsam von den USA und verbündeten Streitkräften gestartet worden sind. Trotz der weitreichenden Medienberichterstattung bleibt die Zustimmung überraschend gering – nur rund ein Viertel der Bevölkerung steht hinter dem Vorgehen.

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage ist die kritische Einschätzung von Trump: 56 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Trump zu bereit sei, militärische Gewalt einzusetzen, um amerikanische Interessen durchzusetzen. Besonders ausgeprägt ist diese Sichtweise bei den Demokraten: satte 87 Prozent sagen, der Präsident greife zu schnell zu militärischen Mitteln. Aber selbst in seiner eigenen Partei zeigen sich 23 Prozent der Republikaner skeptisch, und 60 Prozent der Unabhängigen sehen Trumps Führungsstil kritisch.

Beliebtheit im Sinkflug

Die parteipolitischen Unterschiede werden besonders bei der Zustimmung zu den Luftangriffen deutlich: Während ein Großteil der Republikaner zumindest grundsätzlich hinter dem militärischen Vorgehen steht, ist unter den Demokraten die Ablehnung weit verbreitet, und viele Unentschlossene bevorzugen erst einmal abzuwarten.

Vor dem Hintergrund der Umfragewerte hat sich auch Trumps Beliebtheitswert leicht verschlechtert: Seine generelle Zustimmungsrate liegt inzwischen bei rund 39 Prozent, ein Prozentpunkt weniger als in einer früheren Reuters/Ipsos-Umfrage Ende Februar. Dieser Rückgang dürfte auch mit der allgemeinen Skepsis gegenüber seinem Umgang mit Militäraktionen zusammenhängen

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