Atomgespräche

Iran: Sind für Abkommen zu Urananreicherung bereit

Delegationen des Iran und der USA schüttelten einander die Hand

Nach dem Abschluss der seit Monaten ersten Atomgesprächen mit den USA hat Irans Außenminister Abbas Araqchi die Bereitschaft Teherans für ein baldiges Abkommen über das iranische Atomprogramm unterstrichen. Die Anreicherung von Uran sei zwar ein "unveräußerliches Recht" seines Landes, doch Teheran sei "bereit, eine beschwichtigende Vereinbarung über die Urananreicherung zu erzielen", erklärte Araqchi in einem Interview mit dem Sender Al Jazeera.

Ein Termin für eine Fortsetzung der Gespräche stehe bisher noch nicht fest. Teheran und Washington seien sich jedoch einig, dass die zweite Verhandlungsrunde "bald" stattfinden sollte, fügte Araqchi hinzu. US-Präsident Donald Trump hatte die indirekten Verhandlungen zuvor gelobt, diese seien "positiv verlaufen". Eine nächste Gesprächsrunde werde "Anfang der kommenden Woche" stattfinden.

Delegationen schüttelten einander die Hand

Obwohl es sich um indirekte Verhandlungen gehandelt habe, "ergab sich die Gelegenheit, der amerikanischen Delegation die Hand zu schütteln", sagte der iranische Außenminister, der für den Iran verhandelt hatte. Die US-Delegation wurde vom Sondergesandten Steve Witkoff angeführt. Auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner war Teil der US-Delegation.

Zugleich drohte der iranische Außenminister mit einem Angriff auf US-Militärstützpunkten in der Region, sollten die USA iranische Gebiete angreifen.

Die indirekten Gespräche in Maskat zwischen den Vertretern beider Länder wurden vor dem Hintergrund einer drohenden Eskalation zwischen dem Iran und den USA geführt. Sie fanden etwa einen Monat nach der gewaltsamen Niederschlagung der jüngsten Protestwelle im Iran mit tausenden getöteten Demonstranten statt. Seitdem hatte US-Präsident Trump den Druck auf Teheran massiv erhöht. Er drohte mit einer Militärintervention und schickte unter anderem den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" in den Persischen Golf.

Die Gespräche in Maskat waren die ersten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, seit die USA in den zwölftägigen Krieg zwischen ihrem Verbündeten Israel und der Islamischen Republik eingegriffen und im Juni drei wichtige iranische Atomanlagen bombardiert hatten. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach der Atombombe zu streben - was Teheran bestreitet.

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