EU will Zusammenarbeit mit Drittstaaten bei Rückführung ihrer Staatsbürger stärken
EU-Kommissar Magnus Brunner (ÖVP) ist der Ansicht, dass die Migrationskrise in Europa bewältigt ist. In den letzten zwei Jahren seien die illegalen Grenzübertritte um 55 Prozent und die Asylanträge um 21 Prozent zurückgegangen, so Brunner in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "Il Foglio" (Samstag). Ziel der EU sei es jetzt, die illegalen Einreisen weiterhin zu verringern, sagte der Migrationskommissar.
Brunner hob die Bedeutung des neuen elektronischen Ein- und Ausreisemanagementsystems hervor, das seit Oktober in Betrieb ist und "das weltweit fortschrittlichste seiner Art" sei. Bisher seien 23 Millionen Grenzübertritte registriert und über 12.000 Personen gestoppt und zurückgewiesen worden.
EU will Visapolitik stärker mit Sicherheit und Grenzschutz verbinden
"Unsere Priorität ist es jetzt, die Zahl illegaler Einreisen zu verringern und niedrig zu halten", sagte Brunner. Die EU wolle zudem die Zusammenarbeit mit Drittstaaten bei der Rückführung eigener Staatsbürger stärken und die Visapolitik stärker mit Sicherheit, Grenzschutz und der Bekämpfung von Schlepperei und Menschenhandel verknüpfen.
Nach Brunners Angaben bleibt die EU zusammen mit ihren Mitgliedstaaten der weltweit größte Geber öffentlicher Entwicklungshilfe mit über 90 Milliarden Euro jährlich. Gleichzeitig würden jährlich etwa zehn Millionen Visa an Drittstaatsangehörige ausgestellt.