Lapid: "Israel saß nicht einmal mit am Tisch, als Entscheidungen getroffen wurden"
Israels Oppositionsführer hat dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu nach der angekündigten Waffenruhe im Iran-Krieg vorgeworfen, gescheitert zu sein. "Netanyahu hat politisch versagt, strategisch versagt und kein einziges der Ziele erreicht, die er sich selbst gesetzt hatte", schrieb Yair Lapid am Mittwoch auf der Plattform X. "In unserer gesamten Geschichte hat es noch nie eine solche politische Katastrophe gegeben."
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Weiter schrieb er: "Israel saß nicht einmal mit am Tisch, als Entscheidungen getroffen wurden, die den Kern unserer nationalen Sicherheit betreffen". Netanyahu sei arrogant und nachlässig gewesen und habe nicht strategisch geplant, warf Lapid Israels Regierungschef vor. Es werde Jahre dauern, "den politischen und strategischen Schaden zu beheben". Als Ziel im Iran-Krieg hatte Netanyahu unter anderem die Zerschlagung des iranischen Raketen- und Atomprogramms genannt.
Laut jüngsten Meinungsumfragen könnte die Opposition bei der kommenden Parlamentswahl im Oktober knapp die absolute Mehrheit im Parlament gewinnen - ohne dabei auf arabische Parteien angewiesen zu sein. Das Spektrum der israelischen Oppositionsparteien reicht von rechts bis links und schließt auch Repräsentanten der arabischen Minderheit ein. Lapids Partei Yesh Atid ist Umfragen zufolge allerdings nicht mehr die stärkste Kraft in der Opposition.