AKW Fukushima Japan

Katastrophe

Vermisstensuche in Fukushima hat begonnen

Das japanische Prinzenpaar hat die Unglücksregion erstmals besucht.

Die Arbeiter im japanischen Atomkraftwerk Fukushima versuchen weiter verzweifelt, die havarierten Reaktoren unter Kontrolle zu bringen. Sie pumpten am Donnerstag weiter Wasser in die Reaktoren 1 bis 3, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press meldete. Um eine mögliche Wasserstoffexplosion in Reaktor 1 zu verhindern, füllten die Arbeiter zudem weiter Stickstoff ein. Unterdessen halten Nachbeben die Menschen in der Katastrophenregion weiter in Atem.

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Vermisstensuche in Fukushima hat begonnen

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    Das japanische Kaiserpaar hat inzwischen erstmals die Katastrophenregion besucht. Nach ihrem Eintreffen in der Stadt Asahi in der Tokioter Nachbarprovinz Chiba wurden sie zunächst vom Bürgermeister über das Ausmaß der Schäden unterrichtet, berichteten japanische Medien. Anschließend fuhren sie in zwei Notunterkünfte, um den betroffenen Menschen Trost zu spenden. Die Stadt liegt im Nordosten der Provinz Chiba an der Pazifikküste.

    Suche nach Vermissten begonnen
    Einsatzkräfte begannen unterdessen mit der der Suche nach Vermissten im nahen Umfeld des zerstörten Atomkraftwerks. Rund 300 Mann waren am Donnerstag im Einsatz, um das Gebiet im Umkreis von zehn Kilometern um das AKW abzusuchen. Neben einem Suchtrupp sind auch ein Team zur Messung radioaktiver Strahlung sowie ein weiteres Team zur Bergung der Leichen eingesetzt. Sobald eine verstrahlte Leiche gefunden sei, werde sie abgewaschen und dann abtransportiert, hieß es. Bisher sind über 13.300 Todesopfer des Bebens und Tsunamis identifiziert worden. Über 15 000 Menschen werden noch vermisst.

    Um den Kühlkreislauf für die Unglücksreaktoren wie auch für die Abklingbecken für abgebrannte Brennstäbe wieder in Gang zu bringen, ist es notwendig, verseuchtes Wasser aus dem Tiefgeschoss des Turbinengebäudes herauszuholen. Die Helfer in dem havarierten AKW beeilten sich daher mit Überprüfungen der Auffanganlagen, in denen etwa 30.000 Tonnen gelagert werden können, hieß es weiter.

    Kritik an Kan
    Unterdessen gerät der japanische Regierungschef Naoto Kan immer mehr in die Kritik. Am Vortag hatte die angebliche Aussage Kans, die 20 Kilometer große Evakuierungszone rund um die Atomruine bleibe für die nächsten zehn bis 20 Jahre unbewohnbar, für Verwirrung gesorgt. Sowohl Kan als auch Außenminister Takeaki Matsumoto dementierten dies später wieder. Man nehme es dennoch ernst, dass dadurch Verunsicherung entstanden sei, sagte Regierungschef Yukio Edano am Donnerstag.

    Vorwurf der Unfähigkeit
    Kans größter innerparteilicher Rivale, der einflussreiche Ichiro Ozawa, warf dem Premier Unfähigkeit im Umgang mit der Krise vor. Kans Mangel an Führungskraft könne zu "weiteren Katastrophen" führen, schrieb Ozawa laut Medienberichten an seine innerparteilichen Anhänger. Manche in der regierenden Demokratischen Partei (DPJ) fordern seit längerem den Rücktritt des Partei- und Regierungschefs.

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