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Demonstranten fordern Übergangsrat

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Präsident Saleh befindet sich nach wie vor in Behandlung in Saudi Arabien.

Zehntausende Demonstranten haben am Montag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa die Einsetzung eines Übergangsrats als provisorische Regierung des Landes gefordert. Zudem verlangten sie, Angehörige und Vertraute des nach einer Verletzung derzeit in Saudi-Arabien im Krankenhaus liegenden Staatschefs Ali Abdallah Saleh aus ihren politischen Ämtern zu entfernen. Ausdrücklich nannten sie Salehs Sohn Ahmed Ali und seinen Neffen Ammar als Chefs der Präsidentengarde und der Nationalen Sicherheitstruppen.

Saleh ist immer noch in Saudi Arabien
Gegen Saleh gibt es im Jemen seit Monaten landesweite Proteste, bei denen der Rücktritt des seit 33 Jahren regierenden Präsidenten gefordert wird. Am 4. Juni war er zur medizinischen Behandlung nach Saudi-Arabien geflogen worden, nachdem er am Tag zuvor bei einem Angriff auf den Präsidentenpalast in Sanaa verletzt wurde. Die jemenitische Regierung hat bisher stets erklärt, der Staatschef werde nach der Behandlung im Ausland in den Jemen zurückkehren, um die Amtsgeschäfte wieder aufzunehmen. Aus der saudi-arabischen Regierung hieß es dagegen, Saleh werde nicht in die Heimat zurückkehren.

Trotz des Drucks aus dem In- und Ausland weigert sich Saleh bisher, ein von den Golfmonarchien vorgeschlagenes und von den USA und EU unterstütztes Abkommen zur Abgabe der Macht zu unterzeichnen. Bei der Niederschlagung der Proteste im Jemen wurden in den vergangenen fünf Monaten mindestens 200 Demonstranten getötet. Seit Salehs Abwesenheit hat sein Stellvertreter Abd Rabbo Mansur Hadi die politische Führung übernommen. Die Demonstranten fordern von ihm die Bildung eines Übergangsrates zur Machtübergabe.

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