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Gewalt im Jemen dauert an

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Präsident Saleh ist offenbar schwerer verletzt, als angenommen.

Auch nach der Ausreise des umstrittenen Präsidenten Ali Abdullah Saleh herrscht im Jemen weiter die Gewalt. In der Hauptstadt Sanaa lagen am Dienstag Leichen auf den Straßen. In Taiz lieferten sich Stammeskämpfer Gefechte mit Regierungstruppen, nun wird die zweitgrößte Stadt des Landes nach Angaben eines Stammesführers von bewaffneten Oppositionellen kontrolliert. Anderswo kämpften Soldaten gegen Al-Kaida-Kämpfer.

Die im Süden des Landes gelegene Stadt Taiz sei "in den Händen der Rebellen", sagte Scheich Hammoud Said al-Mekhlafi, Chef des Stammesrates in Taiz, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Bewaffnete Stammesvertreter seien in der Stadt und vor allem vor Regierungsgebäuden positioniert, um die "friedlichen regierungskritischen Demonstranten zu beschützen", sagte er. Diese seien vor einer Woche Opfer eines "Völkermords" geworden.

UNO: Mehr als 50 Tote in Taiz
Nach Angaben der UNO waren in der vergangenen Woche mehr als 50 Menschen in Taiz getötet worden, als jemenitische Sicherheitskräfte gewaltsam eine Sitzblockade auf dem zentralen Platz der Freiheit auflösten. In der zweitgrößten Stadt des Jemen gibt es seit Monaten heftige Proteste gegen Staatschef Saleh, der sich derzeit in einem Krankenhaus im Nachbarland Saudi-Arabien aufhält.

Bei einer Offensive der Regierungstruppen in der Provinz Abiyan wurden nach Informationen der Nachrichtenwebsite "Maribpress" sieben Soldaten und vier mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen getötet. Die Soldaten hätten versucht, die Terroristen aus der Stadt Zinjibar zu vertreiben, die sie in der vorvergangenen Woche unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

Das Innenministerium in Riad meldete, zwei saudi-arabische Grenzwächter seien in der Nacht von einem Mann getötet worden, der von Saudi-Arabien aus die Grenze zum Jemen überqueren wollte. Ein dritter Grenzwächter sei verletzt worden. Zuletzt starb nach einer Verfolgungsjagd auch der Schütze, über dessen Identität zunächst nichts bekannt wurde.

Britisches Marineschiff vor Jemens Küste
Die BBC berichtete, ein britisches Marineschiff sei vor die jemenitische Küste verlegt worden, um im Notfall rasch für die Evakuierung britischer Staatsbürger bereitzustehen. Die britische Botschaft in Sanaa arbeitet noch mit einer Kernmannschaft. Mehrere Staaten hatten ihre Vertretungen in Sanaa in den vergangenen Tagen aus Sicherheitsgründen geräumt.

Präsident Saleh war am vergangenen Freitag bei einer Attacke auf eine Moschee neben seinem Palast verletzt worden und anschließend zur Behandlung nach Saudi-Arabien geflogen. In Riad liegt er seither auf der Intensivstation. Ihm wurde nach Angaben eines Arztes ein Splitter aus dem Hals entfernt. Der Präsident hat seinen Willen zur Rückkehr an die Macht bekräftigt. Die Protestbewegung und die Opposition, die seit Monaten seinen Rücktritt fordern, wollen dies jedoch verhindern. Saudi-Arabien will ihn dem Vernehmen nach dazu bewegen, einen Plan für einen friedlichen Machtwechsel zu unterzeichnen.

Präsident Saleh offenbar sehr schwer verletzt
Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh ist offenbar schwerer verletzt als bisher bekannt. Vertreter der US-Regierung bestätigten, dass Saleh beim Raketenangriff auf seinen Palast Verbrennungen an 40 Prozent seines Körpers erlitten habe. Außerdem habe er eine Blutung im Kopf, hieß es weiter.

Zuvor hatte ein hochrangiger jemenitischer Regierungsbeamter noch erklärt, Saleh werde binnen weniger Tage in seine Heimat zurückkehren, nachdem er am Wochenende nach Saudi-Arabien ausgereist war, um dort medizinisch behandelt zu werden.

Sollte der Präsident zurückkehren, befürchten Beobachter eine neue Verschärfung des Konflikts

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