Kirchenrebell begeistert Amerika

Chicago

Kirchenrebell begeistert Amerika

Schüllers US-Tour begeistert Menschen und Medien. US-Bischöfe sind in Aufruhr.

„Rebel Priest“ nennen US-Medien Helmut Schüller, zuletzt führte der US-Nachrichtensender CBS mit ihm ein langes Exklusivinterview. Der Sprecher der österreichischen Pfarrer-Initiative und Priester von Probstdorf (NÖ) löst bei seiner vierwöchigen „Aufruf zum Ungehorsam“-US-Tour durch 15 Städte wahre Begeisterungsstürme aus, aber auch heftige Konfrontationen. Schüller referiert bei seinen Vorträgen über die Zukunft der katholischen Kirche, spricht sich offen für die Eheschließung homosexueller Paare aus: „Wenn es sich um eine wirklich ernst gemeinte Partnerschaft handelt“, so Schüller, solle diese „auch als solche gewürdigt werden“. Heftig kritisiert er die starre Haltung der Kirche, fordert die Zulassung von Frauen zur Priesterweihe und die Aufhebung des Pflichtzölibats.

US-Bischöfe erteilten dem Österreicher Redeverbot

Diese Forderungen der Pfarrer-Initiative sind in Österreich längst bekannt. In Amerika aber sorgte Schüller schon bei seinen ersten Auftritten in New York, Washington und Baltimore für Furore. Amerikaweite Aufmerksamkeit erreichte er aber, als ihm sowohl der Erzbischof von Boston als auch der Erzbischof von Philadelphia Auftritte in römisch-katholischen Räumlichkeiten untersagten. Ein Aufschrei ging durch die ­Medien, der „Rebel Priest from Austria“ avancierte zum Kirchen-Helden.
Denn Schüller ließ sich von den Verboten nicht beeindrucken, wich in Boston ins protestantische Gotteshaus aus, das brechend voll war: „Die Verbote gehen völlig ins Leere“, sagt Schüller.

Gestern stand Chicago auf dem Tourneeplan, über De­troit und Denver geht es weiter nach Los Angeles und Seattle. Letzte Station ist am 7. August Manhasset im Bundesstaat New York.

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