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Kobane-Zeuge: "Sie köpfen uns alle"

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ÖSTERREICH-Interview mit dem Kurden-Sprecher in Kobane.

Seit 27 Tagen leisten Kurden erbitterten Widerstand gegen ISIS-Milizen. Mehrmals stand die Stadt an der syrisch-türkischen Grenze kurz vor dem Fall. Idris Nassan ist Außenminister der Syrien-Kurden. Er harrt in Kobane aus. ÖSTERREICH sprach am Samstag mit ihm.

ÖSTERREICH: Steht Kobane vor dem Fall?
Idris Nassan: Nein, Kobane wurde noch nicht erobert. Es gibt intensive Straßenkämpfe, aber wir haben ihren Vormarsch gestoppt. Sie sind besser ausgerüstet, haben modernste Waffen und viel Nachschub aus Rakka und dem Irak. Aber: Kobane wird von uns nicht aufgegeben. Wir haben gute Kämpfer.

ÖSTERREICH: Wie wirkungsvoll sind die Luftschläge?
Nassan: Sie helfen uns sehr, seit Tagen wird intensiv bombardiert. Wir geben die Koordinaten der ISIS-Stellungen durch. Seither trifft die Allianz die ISIS-Panzer und -Fahrzeugkolonnen, die Nachschub bringen. Die Angriffe sind weitaus genauer geworden.

ÖSTERREICH: Was passiert, wenn Kobane fällt?
Nassan: Sie werden uns alle töten, das steht fest.

ÖSTERREICH: Es sollen Hunderte Leichen von ISIS-Kämpfern in den Straßen liegen?
Nassan: Wir versuchen, alle Toten zu begraben, oft geht das nicht – Heckenschützen, Bombardierungen.

Jüngster ISIS-Kämpfer getötet
Die Terror-Milizen schrecken vor nichts zurück, missbrauchen auch Kinder und schicken sie in den Kampf: Abu Ubaidah, ein zehnjähriger Schüler, starb bei einem US-Luftangriff gemeinsam mit seinem Vater Bagdhadi Abu Ubaidah. Nun machen die Islam-Fanatiker den Buben zum Märtyrer und prahlen via Internet mit ihrem „Helden“.

Dutzende Fotos zeigen ihn, wie er an der Seite seines Vaters an der Front mit Waffen posiert. Der Schüler trägt die graue Militärkleidung der ISIS-Milizen, schießt mit einem Maschinengewehr, hält stolz und lachend ein Sturmgewehr in die Kamera.

Die Terroristen rechtfertigen die Kindersoldaten in ihren Reihen mit Religions-Geschichte: „Der Erste, der sein Schwert für den Islam schwang, ist 15 Jahre alt gewesen“, schrieben sie.

ISIS-Mordmilizen haben Waffen aus Österreich
Affäre. Auf den Fotos ist klar erkennbar, dass der Zehnjährige ein Steyr-Sturmgewehr in seinen Händen hält. Es ist ein Beweis dafür, dass die ISIS-Mordmilizen mit österreichischem Kriegsgerät ausgerüstet sind.

Nach Syrien haben heimische Waffenhändler zwar nicht geliefert. Aber: 2011 ging Kriegsgerät um 556 Mio. in den Nahen Osten. Hauptabnehmer war der Libanon.

K. Wendl

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