Schweden

Krawalle in Stockholms Vororten

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Die Polizei erschoss bei einem Einsatz einen 69-Jährigen. Jetzt tobt die Gewalt.

Die Ausschreitungen in Stockholmer Vororten ebben nicht ab. In der Nacht auf Mittwoch haben Jugendliche erneut Autos anzündet und Polizisten und Feuerwehrmänner mit Steinen beworfen. Rund 30 Autos gingen in Flammen auf. Die Polizei nahm acht Personen fest. Im Gegensatz zur Vornacht gab es keine Verletzten. Es war bereits die dritte Krawallnacht in Folge. Die Ausschreitungen begannen am Sonntag im Vorort Husby und haben nun auch auf andere, überwiegend von Immigranten bewohnte Stadtteile übergegriffen.

Polizei erschoss Mann
Auslöser der Krawalle in Husby war Tod eines 69-jährigen Mannes, der vor einer Woche bei einem Polizeieinsatz von Polizisten erschossen wurde. Beobachter vermuten aber auch, dass sich jetzt vor allem aufgestaute Wut über die Ausgrenzung von Einwanderern entlädt. "Es ist nicht das erste und nicht das letzte Mal, das so etwas passiert“, sagte Rami al-Khamisi, der Gründer der lokalen Jugendorganisation Megafonen dem Nachrichtenportal "The Local". Das sei die Reaktion darauf, dass es in Schweden keine Gleichberechtigung gäbe, so al-Khamisi.

Einfache Antworten als Erklärung für den Gewaltausbruch gäbe es nicht, sagte Susanne Tengberg, die seit Jahren für die Jugendsozialarbeit in Husby und anderen Vororten verantwortlich ist, der finnischen Zeitung "Helsingin Sanomat". Ein Teil der Jugendlichen würde den Nervenkitzel suchen. Unbestreitbar sei aber auch, dass sich viele Jugendliche, trotz staatliche Integrationsangebote ausgegrenzt fühlen. "Das kann man nicht ignorieren."

Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt verurteilte am Dienstag die Ausschreitungen und äußerte die Befürchtung, dass die Krawalle weitergehen könnten. Gleichzeitig stellte er sich hinter die Arbeit der Polizei, die von zahlreichen Beobachtern kritisiert wurde. Eine Gruppe junger Männer glaube, sie könne die Gesellschaft mit Gewalt verändern, so Reinfeldt. "Das ist nicht ok."

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