Gaddafi-Truppen erobern Ölhafen zurück

Libyen

Gaddafi-Truppen erobern Ölhafen zurück

Blutige Schlachten gehen weiter. Gaddafi: Angriffe "wie unter Hitler".

Im Machtkampf mit Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi geraten die Rebellen zusehends in die Defensive. Truppen Gaddafis eroberten in rascher Folge die Orte Naufaliya, Bin Jawad, Ras Lanuf und Brega entlang der Küste zurück, nachdem der zunächst rasante Vorstoß der Aufständischen vor der strategisch und symbolisch wichtigen Stadt Sirte zu Wochenbeginn gestoppt worden war.

Diashow: So tobt der Krieg in Libyen

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Rebellen wollen Waffen
Hinweise darauf, dass die Luftwaffe westlicher Staaten in größerem Umfang in die Kämpfe eingriff, gab es am Mittwoch zunächst nicht. Unter dem Eindruck der Unterlegenheit der Aufständischen mehrten sich die Rufe nach einer Bewaffnung der Rebellen. Dies ist jedoch in der Staatengemeinschaft umstritten.

Rückzug aus Ras Lanuf, Bin Jawad und Naufaliya

Die Rebellen zogen sich aus Ras Lanuf zurück, nachdem Gaddafi-Truppen die Hafenstadt mit Ölverladestation mit Artillerie und Raketenwerfern unter Beschuss nahmen. Auch in Naufaliya und Bin Jawad wichen die Aufständischen der überlegenen Feuerkraft der libyschen Armee. Im Lauf des Tages hätten die Truppen Gaddafis auch Brega zurückerobert, hieß es von Seiten der Rebellen. Die Stadt war erst in der vergangenen Woche von den Aufständischen erobert worden, die dabei von den internationalen Luftangriffen auf Gaddafis Truppen unterstützt wurden. Ein Sprecher der Rebellen kündigte den Rückzug nach Ajdabiya an, wo eine neue Verteidigungslinie gebildet werden solle. Der Sprecher wiederholte die Forderung nach schweren Waffen und Unterstützung aus der Luft.

Der Westen hielt sich heute zurück
Damit verloren die Rebellen einen guten Teil bereits gewonnenen Terrains. Sie hatten sich auf ihren Vorstößen nach Westen Sirte genähert. Die Eroberung der Geburtsstadt Gaddafis wäre ein großer symbolischer Sieg gewesen und zudem von erheblicher strategischer Bedeutung. Kampfflugzeuge westlicher Staaten waren am Mittwoch über dem Kampfgebiet, flogen aber nach Erkenntnissen von Beobachtern keine größeren Angriffe.

Rebellen agieren zu unkoordiniert
Die Soldaten Gaddafis spielten nicht nur ihre bessere Ausrüstung aus, sondern auch ihre größere militärische Disziplin. Außerhalb von Sirte legten sie einen Hinterhalt und umgingen die Rebellen mit einem Flankenangriff aus der Wüste. Diesem organisiertem Vorgehen haben die Aufständischen bisher wenig entgegenzusetzen. Oft gehen die verschiedenen Gruppen unkoordiniert vor, zu abgestimmten Angriffen kommt es meist erst nach hitzigen Debatten. Mehrmals haben die aus militärisch untrainierten Zivilisten bestehenden Rebellen-Truppen fluchtartig ihre Stellungen verlassen, wenn sie unter schweren Beschuss der Gaddafi-Truppen gerieten.

Bewaffnung wird diskutiert

Mehrere westliche Staaten erwägen angesichts der militärischen Schwäche der Rebellen, diese mit modernen Waffen auszurüsten. In New York schloss dies US-Präsident Barack Obama nicht aus. Dem Sender "NBC News", sagte er, bereits genehmigt seien Lieferungen von Kommunikationssystemen und medizinischer Ausrüstung. Möglicherweise würden die Rebellen auch in Transportfragen unterstützt. US-Außenministerin Hillary Clinton erklärte, Waffenlieferungen an die Rebellen seien von der UNO-Resolution zur Flugverbotszone über Libyen und zum Schutz der Bevölkerung gedeckt. Auch ihr britischer Kollege William Hague sagte, die UNO-Resolution umfasse die Bewaffnung der Menschen zur Selbstverteidigung. Frankreichs Außenminister Alain Juppe hatte zwar keine Einwände gegen Waffenlieferungen, betonte aber, dies werde nicht durch das UNO-Mandat abgedeckt.

Russland und NATO sind skeptisch
NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen lehnte eine Bewaffnung ebenso wie Russland ab. "Wir sind hier, um den Menschen zu helfen, nicht um sie zu bewaffnen", sagte er dem Sender "Sky News". Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, in dieser Frage stimme er Rasmussen hundertprozentig zu. China mahnte die westlichen Staaten, die Lage in Libyen könne nur durch einen Dialog gelöst werden. Ein Sprecher des deutschen Außenministeriums erklärte, für Berlin gelte das in den UNO-Resolutionen 1970 und 1973 festgeschriebene Waffenembargo. "Grundsätzlich steht für uns im Vordergrund, dass die die Voraussetzungen für einen politischen Prozess geschaffen werden."

Kommandoübernahme hat begonnen

Die NATO hat am Mittwoch damit begonnen, das Kommando über die internationalen Luftangriffe in Libyen zu übernehmen. Die Übergabe des Einsatzkommandos von der sogenannten Koalition der Willingen gehe schrittweise von den USA auf die Militärallianz über, sagte ein NATO-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Großbritannien, Kanada, Belgien, Dänemark, Spanien und die Niederlande stellten demnach inzwischen ihre an dem Einsatz beteiligten Kräfte unter das Kommando der NATO.

 

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