Mehrere Tote nach Unruhen in Kairo

Neue Zusammenstöße

Mehrere Tote nach Unruhen in Kairo

Auf dem Kairoer Tahrir-Platz gehen die Proteste auch am Montag weiter.

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind bei den jüngsten gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten 20 Menschen getötet worden. Das berichtete das staatliche Fernsehen am Montag unter Berufung auf das ägyptische Gesundheitsministerium. Die Unruhen hielten inzwischen den dritten Tag in Folge an. Auf dem zentralen Tahrir-Platz strömten zahlreiche Demonstranten zusammen.

   Die Polizei setzte auf dem Platz am Montagmorgen Tränengas gegen Hunderte von Demonstranten ein, wie bei Live-Übertragungen im Fernsehen zu sehen war. In dem Bericht über die Zahl der Toten wurde kein Zeitraum genannt. Die Demonstrationen richten sich insbesondere gegen Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, den Chef des herrschenden Militärrates. Tantawi war 20 Jahre lang Verteidigungsminister und einer der engsten Mitarbeiter von Ex-Präsident Hosni Mubarak gewesen.

Demo gegen Militärherrschaft
Die seit Freitag andauernden Auseinandersetzungen hatten ihren Ausgang in einer Demonstration von über 50.000 Menschen gegen die Militärherrschaft und die Übergangsregierung genommen, die von islamistischen Parteien organisiert worden waren. Die Islamisten hatten sich jedoch nach ihrer großen Protestkundgebung zurückgezogen. Zurück blieben am Freitagabend vorwiegend junge Demonstranten, die eine schnelle Übergabe der Macht vom Militär an eine zivile Regierung fordern. Sie erklärten, sie wollten den Platz erst wieder räumen, wenn ihre Forderungen erfüllt seien.

Der Tahrir-Platz war Zentrum des Volksaufstands, der den langjährigen Präsidenten Hosni Mubarak zu Jahresbeginn aus dem Amt gefegt hatte. Die Demonstranten wollen verhindern, dass die Armeeführung, die nach der erzwungenen Demission Mubaraks die Macht übernommen hatte, nach der versprochenen Parlamentswahl weiter die Zügel in der Hand behält. Den Streitkräften wird vorgeworfen, Mubaraks alte Seilschaften an der Macht zu halten. Dem Militär werden auch Menschenrechtsverletzungen und Folter zur Last gelegt.



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