Der herzkranke kleine Bub in Italien ist nach einer misslungenen Transplantation gestorben. Domenico wurde nur zwei Jahre alt.
Wie das Krankenhaus "Monaldi" in Neapel am Samstag mitteilte, starb der nicht einmal zweieinhalb Jahre alte Domenico "infolge einer plötzlichen und irreversiblen Verschlechterung seines klinischen Zustands" auf der Intensivstation. Der Fall sorgte in Italien seit Wochen für Schlagzeilen - auch, weil zuvor offensichtlich Fehler bei einem Eingriff gemacht wurden.
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Der Tod des kleinen Domenico wurde vom Anwalt seiner Familie, Francesco Petruzzi, gegenüber Medien bestätigt. Kurz vor seinem Tod hatte der Bub vom Erzbischof von Neapel, Kardinal Mimmo Battaglia, die letzte Ölung erhalten. Der Kardinal hatte bis zum Schluss an der Seite der Mutter im Krankenhaus für das Kind gebetet.
Mutter will Stiftung gründen
"Man hat mich heute Nacht gegen 4.00 Uhr angerufen und mir gesagt, dass sich die Situation verschlechtert. Ich bin bis zum Schluss geblieben, bis die Maschine abgeschaltet werden musste - und dann war es vorbei", wurde die Mutter des Kindes von der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zitiert. Das Kind lag seit dem 23. Dezember im Koma auf der Intensivstation des Krankenhauses.
"Am Montag werde ich beim Notar unterschreiben, um eine Stiftung im Namen von Domenico zu gründen. Mein Anwalt wird sich darum kümmern. Ich möchte das tun, damit Domenico nicht vergessen wird und um anderen Kindern zu helfen", fügte die Mutter hinzu. Nachdem sich die Nachricht von Domenicos Tod verbreitete, brachten Menschen Blumen zum Krankenhaus.
Der Bürgermeister von Neapel, Gaetano Manfredi, kondolierte der Familie des kleinen Domenico. "Man muss der Familie in diesem Drama, das sie durchlebt hat, einfach nahe sein und dann genau untersuchen, was geschehen ist", so Manfredi.
Staatsanwaltschaft Neapel ermittelt gegen sechs Personen
Der Tod des Kindes wirft Fragen zu möglichen Fehlern und Verantwortlichkeiten in Zusammenhang mit der Herztransplantation auf, der Domenico unterzogen hätte werden sollen. Die Staatsanwaltschaft Neapel ermittelte zunächst wegen Verdacht auf schwerste fahrlässige Körperverletzung gegen sechs Personen, die dem Transplantationsteam angehörten.
Am 22. Dezember - nach monatelangem Warten - hatten die Ärzte ein Spenderherz gefunden. In Südtirol war ein vierjähriger Bub mit derselben Blutgruppe gestorben. Ein Ärzteteam machte sich daraufhin auf den Weg ins rund 800 Kilometer entfernte Bozen, um das Organ zu übernehmen. Beim Rücktransport kam es nach bisherigen Erkenntnissen zu einem folgenschweren Fehler. Das Herz wurde offenbar nicht - wie üblich - in normalem Eis bei etwa plus vier Grad gelagert, sondern geriet in Kontakt mit deutlich kälterem Trockeneis von rund minus 80 Grad. Dadurch sei das Organ "buchstäblich erfroren", heißt es aus Ermittlerkreisen.
Trotz der massiven Schäden wurde das Herz transplantiert. Die Ärzte in Neapel hatten dem Kind sein eigenes Herz bereits entnommen. Da er ohne funktionierendes Organ nicht lebensfähig war, wurde er an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Den Eltern teilte man lediglich mit, die Transplantation sei fehlgeschlagen - weitere Details erhielten sie zunächst nicht. Eine zweite Herztransplantation konnte wegen des schlechten Gesundheitszustands des Kindes nicht durchgeführt werden.