Die NASA hat mit ihrem Rover Perseverance mögliche Anzeichen für Leben auf dem Mars gefunden. In Gesteinen könnten sich Spuren von vergangenem Leben enthalten. Doch laut Wissenschaftlern ist das lange kein Beweis für Leben.
Im Sommer 2024 bohrte Perseverance im Flusskanal Neretva Vallis und entnahm eine Probe. Das Team um den Geologen Joel Hurowitz von der Stony Brook University entdeckte in dem Sediment extrem kleine Strukturen.
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Die sogenannten "Mohnsamen" und "Leopardenflecken" sind mit Eisenphosphat und Eisenfluide. Diese Stoffe entstehen auf der Erde, indem Mikroorganismen organisches Material abbauen. In der Probe konnte auch organischer Kohlenstoff, ein wichtiger Baustein des Lebens, nachgewiesen werden.
Rover seit 2021 auf dem Mars
Hurowitz erklärt gegenüber der AP: "Alles, was wir sagen können, ist: Eine mögliche Erklärung ist mikrobielles Leben – aber es könnte auch andere Prozesse geben, die diese Merkmale erzeugt haben." Um ein endgültiges Ergebnis zu bekommen, müsste die Probe auf der Erde einer Analyse unterzogen werden.
Der Rover Perseverance fährt seit 2021 über den roten Planeten. Seine Ausstattung beinhaltet Bohrer und Probenröhrchen, aber er kann kein Leben direkt nachweisen. Dafür sammelt der Rover Proben an den vielversprechendsten Orten.
Mehrere Proben gesichert
In den letzten vier Jahren hat Perseverance bereits 30 Proben gesammelt. Sechs weitere sollen noch folgen. Vorsichtshalber wurden zehn Röhrchen auf der Planetenoberfläche deponiert, für den Fall, wenn die Technik versagt.
Eigentlich sollten die Proben Anfang der 2030er-Jahre zur Erde zurückgebracht werden. Aus Kostengründen verschob sich der Zeitplan in die 2040er-Jahre. Die Ausgaben für die Mars Sample Return Mission stiegen auf 11 Milliarden Dollar.
Endgültige Antwort bleibt offen
Derzeit sucht die NASA nach einer günstigeren und schnelleren Alternative. Solange keine Lösung gefunden wird, bleibt die endgültige Antwort offen und für eine Untersuchung unerreichbar. Die Proben sind sicher verstaut.
Externe Fachleute zeigen sich leicht optimistisch. Laut Janice Bishop (SETI-Institut) und Mario Parente (University of Massachusetts Amherst) sind das "aufregende Ergebnisse". Doch auch sie betonen, dass es sich hierbei um rein geologische Prozesse handeln könnte.
"Es gibt keine Hinweise auf heutige Mikroben auf dem Mars "
Im Editorial erklären sie: "Es gibt keine Hinweise auf heutige Mikroben auf dem Mars. Aber wenn es auf dem urzeitlichen Mars welche gegeben haben sollte, könnten sie ähnlich wie Mikroben in antarktischen Seen Sulfatminerale reduziert und Sulfide gebildet haben."
Hurowitz stellt klar: "Das ist der bisher überzeugendste Kandidat für alte Lebensspuren." Trotzdem warnt er vor vorschnellen Schlüssen: "Es wäre unglaublich, wenn wir beweisen könnten, dass diese Merkmale von etwas Lebendigem auf einem anderen Planeten stammen. Aber selbst wenn nicht, ist es eine wertvolle Lektion darüber, wie uns die Natur täuschen kann."