Barack Obama

Syrien-Konflikt

Obama will diesen Krieg stoppen

USA liefern nun Waffen an USA. Warnung vor einem "3. Weltkrieg".

Eskalation im Syrienkrieg: US-Präsident Obama hält den Einsatz von C-Waffen durch Syriens Assad für erwiesen: Jetzt will er Waffen an die Rebellen liefern. Die EU zögert.

Mit dem Giftgas-Einsatz habe Syriens Despot Baschar al-Assad die von Obama stets angeführte „rote Linie“ überschritten. Die USA wollen nun in den Konflikt, der laut UN 92.000 Tote forderte, eingreifen:

  • Angekündigt wurden zunächst Waffenlieferungen an die Rebellen, darunter leichte Waffen und Munition. Die CIA soll die Lieferungen überwachen. Luftabwehrraketen sind vorerst aber nicht dabei.
  • Auch eine Flugverbotszone wird erwogen. Laut Wall Street Journal hat das Pentagon Pläne, wonach US-Jets von Jordanien aus entlang eines 40 Kilometer breiten „Sicherheitskorridors“ patrouillieren sollen. Dort könnten Oppositionstruppen ausgerüstet und trainiert werden – ohne die Bedrohung durch Assads MiGs.

Die Aufständischen befanden sich zuletzt am Rückzug, nachdem Assad die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah zu Hilfe kam. Nur mit rascher ausländischer Hilfe können die Gegner Assads eine Niederlage noch abwenden, sind sich Experten einig.

Obama berät beim G8-Gipfel mit EU und Russland
Obama war wegen seiner Tatenlosigkeit in den USA zuletzt vehement kritisiert worden: Vorgänger Bill Clinton nannte ihn indirekt einen „Waschlappen“.

Laut einem US-Bericht haben Assads Truppen mehrmals in den letzten Monaten das gefürchtete Nervengift Sarin eingesetzt, bis zu 150 Menschen kamen dabei ums Leben. Sarin wurde von der UN (Resolution 887) als Massenvernichtungswaffe klassifiziert. Das Gift legt das Nervensystem lahm, die Opfer ersticken meist qualvoll. Iraks Saddam Hussein setzte Sarin auch beim Kurden-Massaker in Halabdscha 1988 ein (5.000 Tote).

Kritiker einer größeren US-Rolle befürchten jedoch, dass Waffen in die Hände radikaler Islamisten und Al-Kaida-Terrorbanden gelangen könnten.
Obama will über die Syrienkrise beim G8-Gipfel in Nordirland ab Montag mit der EU verhandeln. Vor allem Deutschland steigt bei der Militärhilfe auf die Bremse. Obama trifft auch auf Assads Alliierten Putin.

Die Daily Mail warnte schon vor einem „Dritten Weltkrieg“, da nun auch Supermächte in die Syrien-Hölle hineingezogen werden.


„Tatort“-Star  in der Hölle von Syrien

„Tatort“-Star Jan Josef ­Liefers (48) reiste in den syrischen Bürgerkrieg. „Bild“ begleitete ihn. Sein bedrückender Kriegsreport.

Liefers fuhr nach Aleppo, wollte selbst sehen, was in diesem Krieg geschieht. Seit zehn Monaten wird die Stadt von Assads Truppen beschossen: „Wir fahren durch die Straßen. Die Fenster des Jeeps geöffnet, damit wir anfliegende Bomben von Assads Luftwaffe rechtzeitig hören. Tausende Granaten und Bomben fielen auf Aleppo. Ich habe schon Zerstörung von Naturkatastrophen gesehen. Aber diese Zerstörung ist von Menschen angerichtet.“ 94.000 Tote forderten die Kämpfe bisher. Trotzdem schaut die Welt weg.

„Selbst Kinder werden hier nicht verschont“
Liefers traf in Aleppo das Mädchen Farrida, vier Jahre alt, gezeichnet vom Krieg. Ihr Vater erzählt dem Schauspieler, wie plötzlich eine Granate in ihr Haus einschlug. Zehn Kinder, die auf der Straße spielten, wurden getötet. Glühende Splitter bohrten sich in Farridas Kopf. Farrida überlebte: „Sie ist ein Jahr jünger als meine Kleine“, erzählt Liefers dem Bild-Reporter: „Ich frage mich, wie wird das später sein? Was macht das Trauma mit so einem kleinen Menschen? Die Kinder hier werden in keiner Weise verschont.“

Und: „Plötzlich sind Kinder, die mit Farrida gespielt haben, nur mehr blutige Flecken an der Wand“, sagt er. „Was müssen die, die diesen Krieg überleben, eines Tages über den Westen denken, wenn wir ihnen nicht helfen?“

Liefers ist für ein militärisches Eingreifen in Syrien: „Man muss erkennen, wann Diplomatie mehr Schaden anrichtet als verhindert. Am besten wäre eine Flugverbotszone, um sie vor Angriffen aus der Luft zu schützen.“


Poker um Rückzug der Golan-Truppe


Der Syrien-Konflikt spitzt sich zu – und noch immer versehen 313 österreichische Soldaten am Golan ihren Dienst.

Mittwoch kehrten die ersten 67 Soldaten nach Hause. Der komplette Abzug soll laut Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) bis Ende Juni durchgezogen werden. Laut Gallup-Umfrage für ÖSTERREICH unterstützen 64 Prozent den vorzeitigen Abzug.
Deal mit UNO? So jedenfalls lauten der Plan und die militärische Vorbereitung. Aber: Jetzt ließ die UNO wissen, dass sie auf Österreichs Heer am Golan bis Ende Juli besteht. Zwar wird mit 20 Nationen die Blauhelm-Entsendung besprochen, von den Fidschi-Inseln über Schweden bis Norwegen. Eine Entscheidung steht noch aus. Jetzt wird eifrig zwischen Verteidigungs- und Außenministerium sowie der UNO verhandelt. Minister Klug strebt einen Kompromiss an: 30 Soldaten könnten – unter bestimmten Bedingungen – am Golan bis Ende Juli bleiben.(prj)
 

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