Ostern unter schwierigen Bedingungen: In Syrien feiern viele Christen heuer nur eingeschränkt. Gewalt, Angst und Unsicherheit prägen die Feiertage.
Christen in Syrien haben ihre Osterfeiern aufgrund der angespannten Sicherheitslage stark eingeschränkt. Der apostolische Vikar von Aleppo, Monsignore Hanna Jallouf, sprach im Portal "Vatican News" von "gedämpften Feiern, weil die Christen sich nicht sicher fühlen". Gleichzeitig rief er zur Einheit unter den Gläubigen auf.
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Gewalt belastet den Alltag
Gemeinsam mit dem syrisch-katholischen Erzbischof Jacques Mourad warnte Jallouf vor anhaltender Gewalt und Angriffen auf Minderheiten. In vielen Regionen könne der Staat weiterhin keine vollständige Kontrolle gewährleisten, auch wirtschaftliche Verbesserungen seien kaum spürbar.
Übergriffe sorgen für Unruhe
Kurz vor Palmsonntag kam es in Suqaylabiyah in der Provinz Hama zu Angriffen durch islamistische Gruppen auf ein christliches Geschäft. Dabei wurden Sachschäden verursacht und Frauen belästigt. In der Folge gingen junge Christen auf die Straße, um "Gerechtigkeit einzufordern".
"Es ist eine Situation, die uns verletzt und verängstigt hat", erklärte Jallouf. "Vor allem wegen des Mangels an Sicherheit und Gerechtigkeit seitens der zuständigen Behörden". Nach den Vorfällen hätten sich die Kirchen darauf geeinigt, die Feiern auf Gebete innerhalb der Kirchen zu beschränken. "Doch die Sorgen bleiben."
Hoffnung trotz Krise
Trotz aller Unsicherheiten bleibt Ostern für viele ein Zeichen der Hoffnung. "Jetzt ist wirklich der Moment, in dem die Christen Syriens sich zeigen und geeint sein müssen. Der auferstandene Christus ist der einzige Retter." Jallouf rief dazu auf, Vertrauen zu bewahren.
Ostern sei auch ein Aufruf zur Solidarität über konfessionelle Grenzen hinweg. "Die Welt steht Kopf", sagte Jallouf, "und die erste Hoffnung ist, dass es nicht zu einem echten Weltkrieg kommt." Bereits jetzt seien die Feierlichkeiten deutlich gedämpfter als im Vorjahr: "Die Feiern der Karwoche sind gedämpft, weil die Christen sich nicht sicher fühlen."