Pussy Riots in Sotschi festgenommen

Bei Olympia

Pussy Riots in Sotschi festgenommen

Tolokonnikowa und Alechina wurden angeblich "des Raubes beschuldigt".

Die Ende vergangenen Jahres aus russischer Lagerhaft entlassenen Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot sind nach eigenen Angaben am Rande der Olympischen Winterspiele in Sotschi festgenommen worden. Nadeschda Tolokonnikowa schrieb am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, sie sei zusammen mit ihrer Bandkollegin Maria Alechina (Aljochina) im Zentrum der Schwarzmeerstadt inhaftiert worden. Inzwischen sind die Aktivistinnen aber wieder auf freiem Fuß. Tolokonnikowa warf den Uniformierten brutale Gewalt vor. Sie sei mit dem Gesicht über das Parkett gezerrt und geschlagen worden. Die Aktivistin kündigte eine Klage an.

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Man habe sie "des Raubs beschuldigt". Mindestens sieben weitere Aktivisten sollen festgenommen worden sein. "Als wir festgenommen wurden, gab es unsererseits keinerlei Aktivitäten, wir sind einfach durch Sotschi gelaufen", schrieb Tolokonnikowa.

Lied geplant
Demnach hielt sie sich zusammen mit Alechina bereits seit zwei Tagen in der Stadt auf. Die beiden Kritikerinnen von Präsident Wladimir Putin hätten mehrere olympische Wettbewerbe besucht und planten, ein Lied mit dem Titel "Putin lehrt Euch die Liebe zu Eurem Vaterland" aufzuführen.

Auch Alechina bestätigte, festgenommen worden zu sein. Die beiden Frauen wurden in Sotschi etwa 30 Kilometer von den Austragungsorten der Olympischen Spiele entfernt in Gewahrsam genommen. In einem Polizeiwagen wurden sie daraufhin in den Bezirk Adler gebracht, der näher an den Austragungsorten liegt. Tolokonnikowa gab an, auch ein drittes Pussy-Riot-Mitglied sei festgenommen worden. Einen Namen nannte sie nicht.

Die von Tolokonnikowas Ehemann Pjotr Wersilow geführte radikale Künstlergruppe Wojna (Krieg) teilte mit, außer Tolokonnikowa und Alechina seien sieben weitere Aktivisten festgenommen worden. Tolokonnikowa schrieb, sie sei zusammen mit Alechina am Sonntag sieben Stunden und am Montag zehn Stunden lang festgehalten worden. Sie sind Kritikerinnen der Olympischen Spiele und riefen zu einem Boykott der Veranstaltung auf.

Diebstahl?
Der ebenfalls festgenommene Fotograf Jewgeni Feldman schrieb bei Twitter, Hintergrund der Festnahmen sei ein angeblicher Diebstahl in einem Hotel in Sotschi. Es sei allerdings unklar, warum so viele Menschen in Gewahrsam genommen worden seien. Für Tolokonnikowa und Alechina war es das erste Mal seit ihrer Freilassung aus der Lagerhaft, dass sie festgenommen wurden.

Die beiden Frauen hatten im Februar 2012 ein sogenanntes Punkgebet in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale aufgeführt, das sich gegen Putin richtete. Sie wurden daraufhin wegen "Rowdytums" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Im Dezember kamen sie durch eine Amnestie vorzeitig frei. Mit ihrer neuen Organisation Zona Priva setzen sie sich für die Verbesserung der Haftbedingungen in russischen Gefängnissen ein.
 

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