Rassismus-Prozess gegen Innenminister

Frankreich

Rassismus-Prozess gegen Innenminister

Hortefeux soll aus Nordafrika stammende Franzosen an sich beleidigt zu haben.

In Frankreich muss sich Innenminister Brice Hortefeux wegen des Vorwurfs des Rassismus vor Gericht verantworten. In Paris begann am Freitag ein Strafverfahren gegen Hortefeux, nachdem ihn eine Anti-Rassismus-Organisation wegen "rassistischer Beleidigung" verklagt hatte. Anlass waren Äußerungen über ein junges Mitglied der Regierungspartei UMP mit afrikanischen Wurzeln.

"Unerhörte Heftigkeit"
Hortefeux hatte dabei im vergangenen September gesagt, der junge Mann entspreche nicht "dem Prototyp", wenn er Schweinefleisch esse und Bier trinke. Dann fügte er an: "Einen braucht man immer. Solange es einer ist, geht es. Probleme gibt es, wenn es viele sind." Die Klage führende Anti-Rassismus-Organisation Mrap warf Hortefeux am Freitag vor, aus Nordafrika stammende Franzosen an sich beleidigt zu haben.

Die Äußerungen seien "von unerhörter Heftigkeit" und hätten viele Menschen verletzt. Hortefeux selbst kam nicht zum Prozess. Er hatte nach Bekanntwerden des Vorfalls im vergangenen Jahr bestritten, dass seine Äußerungen rassistisch gemeint gewesen seien. Vielmehr hätten sie sich auf die Bevölkerung der zentralfranzösischen Region Auvergne bezogen, die als die Wahlheimat von Hortefeux gilt. Noch am Freitag sollten Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Plädoyers halten.

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