Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit haben schwedische Behörden ein Schiff geentert, das unter dem Verdacht steht, zur russischen Schattenflotte zu gehören.
Der russische Kapitän des vor der Küste von Trelleborg durchsuchten Tankers "Sea Owl I" sei festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft Freitagabend mit. Zuvor hatte sie Ermittlungen wegen des "Verdachts auf Urkundenfälschung, schwerer Straftaten sowie Verstößen gegen das Seerecht" eingeleitet.
"Im Laufe des Tages haben wir die Durchsuchung des Schiffes fortgesetzt und Besatzungsmitglieder befragt", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Am Wochenende soll der Kapitän des Schiffs erneut vernommen werden. Der Tanker, der unter der Flagge der Komoren fuhr, hat laut der schwedischen Küstenwache in den vergangenen Jahren Ölprodukte zwischen Russland und Brasilien transportiert und war den Angaben zufolge auf dem Weg nach Russland. Der russische Botschafter in Stockholm sicherte der Besatzung des Schiffs am Freitag "jegliche notwendige konsulare Unterstützung" zu, wie es in einer Stellungnahme an den schwedischen Rundfunk hieß.
Zweiter Fall innerhalb einer Woche
Erst vor gut einer Woche hatten die s Kneissl: Ihre Staatsbürgerschaft wird jetzt zum Polit-Krimi chwedischen Behörden einen verdächtigen Frachter in der Region geentert. Das Schiff "Caffa" soll unter falscher Flagge auf dem Weg nach Sankt Petersburg gewesen sein und ebenfalls zur russischen Schattenflotte gehören. Es liegt vor Trelleborg vor Anker, nachdem die schwedische Verkehrsbehörde wegen Sicherheitsmängeln ein Betriebsverbot gegen das Schiff verhängt hat. Wegen des Verdachts der Urkundenfälschung sitzt der Kapitän in Untersuchungshaft.
Mit Schattenflotte sind Tanker und andere Frachtschiffe gemeint, die Russland zur Vermeidung von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt.