Sex-Skandal in türkischer Politik

Schmuddelige Videos

Sex-Skandal in türkischer Politik

Die türkische Rechtspartei MHP gerät im Wahlkampf unter Druck.

Weniger als vier Wochen vor den Parlamentswahlen in der Türkei gerät eine rechtsnationalistische Oppositionspartei durch die Veröffentlichung von Sexvideos unter Druck. Nach dem Rücktritt mehrerer hoher Funktionäre der Rechtspartei MHP in Folge von Sexvideos hätten innerparteiliche Dissidenten die Veröffentlichung weiterer Dokumente angekündigt, berichtete die türkische Presse am Montag. Die Abweichler verlangen den Rücktritt von Parteichef Devlet Bahceli.

Außereheliche Kontakte
Die im Internet veröffentlichten Videos hatten außereheliche Kontakte verheirateter MHP-Funktionäre publik gemacht. Die Bahceli-Gegner erklärten nun, der Parteichef solle bis zu diesem Mittwoch sein Amt niederlegen. Die bisher veröffentlichten Sexvideos seien lediglich die Spitze des Eisbergs. Wenn Bahceli nicht zurücktrete, werde die Gruppe die Mitschnitte interner Gespräche zwischen Bahceli und seinen engsten Beratern veröffentlichen.

Schlammschlacht

Bahceli macht die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan für die Schlammschlacht verantwortlich, was Erdogan zurückweist. Laut Umfragen muss die MHP bei der Wahl um den Wiedereinzug ins Parlament bangen. Sollte die MHP bei Wahl am 12. Juni unter der in der Türkei geltenden Zehn-Prozent-Hürde bleiben, könnte dies der Erdogan-Partei AKP einen Schub zusätzlicher Parlamentsmandate bringen. Laut Umfragen liegt die AKP mit einem Stimmenanteil von 45 bis 50 Prozent unangefochten an der Spitze.

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