Lasche Geldstrafe

Sexuelle Übergriffe: So nutzte ein Richter seine Vormachtstellung aus

In Deutschland ist am Dienstag ein Richter aus dem Kreis Steinfurt wegen sexueller Belästigung einer Kollegin verurteilt worden.  

 Das Landgericht Osnabrück sprach den Mann in zwei Fällen schuldig und verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 7.000 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Zu den inkriminierten Übergriffen war es während der Dienstzeit gekommen.

Kolleginnen gegen ihren Willen geküsst

Der Jurist hatte nach Überzeugung des Landgerichts Osnabrück zu zwei verschiedenen Gelegenheiten versucht, seine Kollegin gegen ihren Willen auf den Mund zu küssen. Der verheiratete Familienvater habe in seinem Beruf unter anderem durch sein "selbstbewusstes und sicheres Auftreten" Ansehen erworben, hieß es in der Urteilsbegründung. Als Vorsitzender einer Strafvollstreckungskammer habe er jedoch seine Stellung genutzt, um seinen "sexuellen Bedürfnissen nachzugehen".

Sexuelle Nötigung

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten gefordert. Die Anklage hielt den vorläufig vom Dienst suspendierten Juristen nicht nur wegen sexueller Nötigung in Tateinheit mit Körperverletzung für schuldig. Zusätzlich hatte sie ihm die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen in drei Fällen sowie sexuelle Belästigung und Nachstellung vorgeworfen. Die Verteidigung hatte hingegen einen Freispruch beantragt.

Richter: "Hose einfach näher als das Hirn"

Mit mindestens fünf Arbeitskolleginnen hatte der verurteilte Jurist laut Urteil eine Affäre oder versuchte zumindest, eine solche einzugehen. Der Richter sagte in seiner Urteilsverkündung: "Bei ihnen war die Hose einfach näher als das Hirn." Der Verurteilte kann binnen einer Woche Revision gegen das Urteil einlegen.

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