Wladimir Putin Edward Snowden

Laut Anwalt

Snowden beantragt Asyl in Russland

Russische Migrationsbehörde hat das Eintreffen des Antrag bestätigt.

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat offiziell um vorübergehendes Asyl in Russland gebeten. Das sagte sein Anwalt Anatoli Kutscherena am Dienstag nach Angaben mehrerer Nachrichtenagenturen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte sich für eine vorübergehende Aufnahme Snowdens offen gezeigt - unter der Voraussetzung, dass der IT-Spezialist den Interessen der USA nicht weiter schade. Snowden hat Informationen über US-amerikanische und britische Spähprogramme an Medien weitergegeben und wird von den Vereinigten Staaten wegen Spionage gesucht.

Gesuch unterzeichnet
Kutscherena sagte, der 30-Jährige habe am Dienstag ein entsprechendes Gesuch unterzeichnet. Der US-Amerikaner habe die Antragsformulare in der Transitzone des Moskauer Flughafens Scheremetjewo ausgefüllt und,  wie inzwischen offiziell bestätigt wurde, einem Mitarbeiter der Migrationsbehörde übergeben. Der vorläufige Asylstatus wird nach russischem Recht aus "humanitären Gründen" gewährt, wie aus einer Veröffentlichung der Behörde hervorgeht.

Für die Bearbeitung der Unterlagen seien bis zu drei Monate vorgesehen. In dieser Zeit darf der Asylsuchende nicht ausgewiesen werden. Snowden könne sich damit weiter im Transitbereich des Airports aufhalten oder in einem Aufnahmelager. Der Anwalt Kutscherena hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass Snowden einen formlosen Asylantrag gestellt habe.

Weiter am Flughafen

Der 30-Jährige hielt sich zunächst weiter auf dem Flughafen auf. Vorläufiges Asyl wird laut russischem Gesetz für ein Jahr gewährt und könne um weitere zwölf Monate verlängert werden, hieß es.

Snowden befindet sich seit Juni im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo. Dem US-Amerikaner wurde inzwischen sowohl von Bolivien als auch von Venezuela und Nicaragua offiziell politisches Asyl angeboten. Unklar ist aber, wie er dorthin gelangen kann. Die USA haben seinen Reisepass für ungültig erklärt und suchen den Aufdecker per Haftbefehl. Sie wollen von Russland eine Auslieferung erreichen.

Snowden hatte für einen Subunternehmer des US-Geheimdienstes NSA gearbeitet. Seit seiner Flucht aus den USA sorgt er mit Enthüllungen über das US-Spähprogramm "PRISM" und das britische Pendant "Tempora" für Aufsehen.

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