Homs / Syrien

Ban fordert Ende der Gewalt

Syrien: UNO beendet Beobachtermission

Vereinte Nationen: 2,5 Millionen Menschen in Syrien auf Hilfe angewiesen.

Der UN-Beobachtereinsatz in Syrien wird am Sonntag enden. "Die Mission endet am Sonntag um Mitternacht", erklärte der stellvertretende Generalsekretär für UN-Friedensmissionen, Edmond Mulet. Der letzte UN-Militärbeobachter soll Syrien demnach am 24. August verlassen. Der französische UN-Botschafter Gerard Araud sagte, die Voraussetzungen für eine Verlängerung hätten nicht mehr bestanden. Allerdings solle ein politisches Verbindungsbüro der UNO mit bis zu 30 Mitarbeitern in Damaskus bestehen bleiben.

Sein russischer Kollege Vitali Tschurkin zeigte sich enttäuscht von der Absicht, die Beobachter aus dem umkämpften arabischen Land abzuziehen. Nach seinen Worten kommen die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates - Russland, China, die USA, Frankreich und Großbritannien - sowie einige Regionalmächte am Freitag in New York zu Beratungen über Syrien zusammen.

Die Anwesenheit der rund 300 unbewaffneten Beobachter hatte die Kämpfe in Syrien nicht stoppen können. Die Gewalt hält auch nach Monaten unvermindert an, obwohl Rebellen und Regierung einem Waffenstillstand zugestimmt hatten.

Verwandter von Assad-Vize setzte sich ab
Ein Verwandter des syrischen Vizepräsidenten Faruk al-Sharaa hat nach einem Bericht des Fernsehsenders Al-Arabiya Staatschef Bashar al-Assad die Gefolgschaft aufgekündigt. Der Sender strahlte am Donnerstag eine zunächst nicht zu verifizierende Erklärung aus, die von Sharaas Cousin Yarab al-Sharaa stammen soll. Darin wird die Armee aufgerufen, sich der Revolution anzuschließen. Zunächst hatte der Sender berichtet, Sharaa selbst habe die Seiten gewechselt.

Yarab al-Sharaa wurde als Chef einer Einheit des politischen Geheimdienstes in Damaskus identifiziert und soll sich gemeinsam mit einem weiteren Familienmitglied, das ebenfalls im Sicherheitsapparat beschäftigt war, nach Jordanien abgesetzt haben.

Ban fordert Ende der Gewalt
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon appellierte erneut an das syrische Regime und die Opposition, umgehend die Gewalt zu stoppen und in einen politischen Dialog einzusteigen. "Die Menschen in Syrien haben zu viel und zu lange gelitten. So kann es nicht weitergehen", sagte er am Donnerstag bei einem Besuch in Ost-Timor vor Journalisten. Der Konflikt zwischen der Regierung und den Aufständischen hat laut Ban bereits 18.000 Menschenleben gefordert. Wenigstens 150.000 Syrer seien in die Nachbarländer geflohen.

In Syrien sind nach UN-Angaben 2,5 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Die humanitäre Lage habe sich massiv verschlechtert, sagte UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos.

Nach Angaben von Aktivisten wurden am Donnerstag mindestens 62 Menschen von den Regierungstruppen getötet, die meisten davon in der Provinz Aleppo. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) berichtete, beim Abwurf von mindestens zwei Bomben sei am Mittwoch in der Ortschaft Azaz (Provinz Aleppo) ein ganzer Häuserblock in Trümmer gelegt worden. Mehr als 40 Zivilisten seien getötet, über 100 Menschen verletzt worden. Unter den Opfern seien viele Frauen und Kinder.

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