Neue Welle der Gewalt im Nahen Osten

Tote und Verletzte

Neue Welle der Gewalt im Nahen Osten

Mindestens zehn Menschen starben bei den Zusammenstößen.

Beim heftigsten Gewaltausbruch zwischen Israel und den Palästinensern seit August sind am Samstag zehn Menschen getötet worden. Neun Kämpfer militanter Palästinensergruppen starben bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen, in Israel kam ein Zivilist durch den Einschlag einer Rakete ums Leben. Hamas und Islamischer Jihad verkündeten danach einen Waffenstillstand ab Sonntag früh, der zunächst hielt. Nach Medienberichten beider Seiten hatte Ägypten eine Vermittlerrolle gespielt.

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    Nach Angaben der israelischen Polizei wurden am Sonntag ab 07.00 Ortszeit (06.00 Uhr MEZ) vom Gazastreifen aus keine Raketen mehr auf den Süden Israels abgefeuert. Ein Sprecher der Palästinensergruppe Islamischer Jihad sagte der Nachrichtenagentur AFP, seine Organisation werde sich an den von Ägypten vermittelten Waffenstillstand halten, solange auch Israel dies tue. Die Organisation behalte sich aber das Recht vor, auf "Eskalationen" seitens Israels zu reagieren, fügte Daud Shahab hinzu.

    Luftangriffe
    Israel hatte am Samstag mehrere Luftangriffe auf das Palästinensergebiet geflogen, bei denen neun Kämpfer militanter Palästinensergruppen getötet und mehrere verletzt wurden. Bei einem ersten Angriff nahe Rafah im Süden des Gazastreifens wurden zunächst fünf Kämpfer der Al-Quds-Brigaden getötet, des bewaffneten Arms der Organisation Islamischer Jihad. Nach israelischen Militärangaben richtete sich der Angriff gegen eine "Gruppe von Terroristen", die gerade einen Raketenangriff vorbereiteten. Die Männer waren demnach auch für einen Raketenangriff auf die Stadt Ashdod im Süden Israels am vergangenen Mittwoch verantwortlich.

    Bei der Bombardierung weiterer Ziele im Gazastreifen wurden nach Angaben von Augenzeugen und palästinensischen Beamten vier weitere Kämpfer getötet. Einem Al-Quds-Sprecher zufolge hatten mindestens zwei von ihnen versucht, eine Grad-Rakete Richtung Israel abzufeuern. Der Al-Quds-Sprecher Abu Ahmed warf Israel vor, mit den Angriffen auf den Gazastreifen die Spannungen erhöhen und die vereinbarte Freilassung von 550 palästinensischen Gefangenen bis zum Jahresende hintertreiben zu wollen. Im Austausch gegen den von militanten Palästinensern verschleppten israelischen Soldaten Gilad Shalit waren am 18. Oktober bereits mehr als 470 palästinensische Häftlinge auf freien Fuß gekommen.

    31 Raketen
    Nach israelischen Polizeiangaben schlugen am Samstag und Sonntag insgesamt 31 Raketen im Süden Israels ein. Zwölf davon wurden nach Mitternacht abgefeuert, die letzte sei um 06.40 Ortszeit eingeschlagen. Am Samstag wurden vier Menschen verletzt, ein weiterer erlag im Krankenhaus der Stadt Ashkelon seinen Verletzungen. Die weniger als 40 Kilometer vom Gazastreifen entfernten israelischen Schulen blieben am Sonntag geschlossen.

    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte am Samstag, die "harte Reaktion" der Armee werde "wenn nötig, noch härter" sein. Bei der sonntäglichen Kabinettssitzung sagte Netanyahu, die im Gazastreifen regierende Hamas sei dafür verantwortlich, dass es dort "ruhig" bleibe. Der UNO-Sonderkoordinator für den Nahen Osten, Robert Serry, rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf.

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