Mit Papst Leo ist erstmals in der Geschichte ein US-Amerikaner das Oberhaupt der Kirche. Nachdem Präsident Donald Trump die Ernennung vergangenen Mai gefeiert hat, herrscht nun Eiszeit. Ein Besuch in seiner Heimat ist derzeit vom Tisch.
Robert Francis Prevost wurde am 8. Mai 2025 zum 267. Bischof von Rom ernannt und als erster US-Amerikaner zum Papst. Damals feierte Donald Trump die Ernennung und meinte unter anderem, dass "nun sogar der Papst aus Amerika" kommt, zeige die Bedeutung des Landes.
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Womit er allerdings nicht gerechnet haben dürfte, ist die Tonart, die Papst Leo XIV. ihm gegenüber anschlagen wird. Wie US-Medien nun berichten, ist das auch einer der Gründe, wieso bislang kein Heimatbesuch von Leo geplant ist.
Immer wieder kritisiert der Pontifex das Vorgehen von Trump als US-Präsident. Im Jänner, als gerade die Drohung im Raum stand, dass die USA Grönland und Kanada übernehmen wollen und das Staatsoberhaupt von Venezuela, Nicolas Maduro, festgenommen wurde, äußerte sich Leo mit scharfen Tönen. Er kritisierte, dass "Diplomatie, die den Dialog fördert und einen Konsens zwischen allen Parteien anstrebt, durch eine auf Gewalt basierende Diplomatie ersetzt" werde.
USA macht, "was immer sie will"
Der Trump-Regierung dürfte das gar nicht gefallen haben, denn daraufhin wurden Vertreter des Vatikan ins Pentagon einbestellt, wo es einen heftigen Schlagabtausch gegeben haben soll. Elbridge US-Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik Colby soll dabei Kardinal Christophe Pierre klargemacht haben, dass die USA über die militärische Macht verfüge, "weltweit zu tun, was immer sie wollen" und sich die katholische Kirche besser "auf ihre Seite" stellen soll.
Weiters heißt es, dass ein anderer Beamter sogar an das "Avignoner Papsttum" von 1309 bis 1376 erinnert haben soll, als Frankreich unter König Philipp IV. Papst Bonifatius VIII. festnehmen und in weiterer Folge auch zu seinem Tod führte. Dessen Nachfolger Clemens V. war der erste französische Pontifex und verließ seine Heimat gar nicht erst, sondern ließ sich in Lyon zum Papst krönen und ließ sich dann in Avignon nieder. Erst unter Karl IV. kehrte das Kirchenoberhaupt nach Rom zurück und der Einfluss Frankreichs auf die Kirche ließ nach.
Vatikan nimmt Drohungen ernst
Laut Trump-Regierung seien die Aussagen von Leo als feindliche Botschaft gegenüber den USA zu verstehen gewesen. Den Berichten zufolge soll die Planung für eine US-Reise des Papstes zu dem Zeitpunkt bereits begonnen haben. Man wollte es mit einem Besuch in Mexiko und Südamerika kombinieren. Allerdings bekam der Vatikan Angst und fürchtete, dass die USA "militärische Gewalt gegen den Heiligen Stuhl" anwenden würden und legte die Planungen auf Eis.
Seitdem ist zwar viel Zeit vergangen, Leo lässt sich allerdings nicht von seiner Linie abbringen. Mittlerweile heißt es, dass er 2026 sicher nicht in die USA reisen werde. Wann sein erster offizieller Heimatbesuch stattfinden soll, wird derzeit noch nicht kommuniziert.